Archiv für den Monat: August 2026

Ursula Poznanski, Das Signal

Ich hatte bereits von dieser Autorin gehört, die mehr als fünf Millionen verkaufte Bücher vorweisen kann. Sie hat mich positiv überrascht. Das liegt sowohl an der modernen und temporeichen Handlung als auch an der Sprache, die korrekt ist und sich dennoch sehr angenehm liest.

Inhaltlich geht es um Viola, eine Malerin und Designerin, die mit ihrem Mann Adam in einem Haus auf dem Land lebt. Eines Tages wacht sie im Krankenhaus auf. Entsetzt muss sie feststellen, dass sie ein Bein verloren hat und nur durch ein Wunder mit dem Leben davongekommen ist. Sie kann sich an nichts von dem Unfall erinnern, bei dem sie in einem einsturzgefährdeten Keller neben ihrem Haus verschüttet wurde. Bei ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus teilt ihr Mann, ein bekannter Fernsehmoderator und Experte für Statistiken und Trends, ihr mit, dass er eine rumänische Pflegekraft namens Otilia engagiert hat. Sie soll ihr helfen, bis eine Prothese angepasst werden kann. Doch die vermeintliche Hilfe, die ihr die Pflegekraft und ihr Mann zukommen lassen, empfindet sie als erdrückend und beginnt, Misstrauen zu hegen. Zu ihren Verbündeten zählen zwei Freundinnen und ihr Nachbar Benno, ein junger Mann mit Down-Syndrom, der ihre Gemälde bewundert.

Die Handlung gewinnt im Laufe des Buches an Tempo, nimmt immer neue Wendungen und wird schließlich aufgeklärt. Der Autorin gelingt es, dass sich der Leser mit der Behinderung der Protagonistin identifiziert, die an ihren Rollstuhl und ihre Krücken gebunden ist. Ein sehr guter Roman.