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Yoko Ogawa, Der Herr der kleinen Vögel

Ich glaube, das Geheimnis und der auffälligste Aspekt von Yoko Ogawas Werk ist ihre gelassene Prosa, die sie mit anderen Autoren aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Epochen teilt. Robert Seethaler und Graham Greene sind zwei Beispiele. Die Handlung entfaltet sich ohne große Aufregung, selbst wenn beunruhigende oder schmerzhafte Ereignisse geschildert werden. Die Figuren sehen sich mitunter mit schwierigen Situationen konfrontiert, etwa dem Tod eines Angehörigen oder einem Problem mit Untreue in der Familie. Doch sie gehen ihren Weg weiter und finden auf ihre Weise ihren Platz im Leben.

„Der Herr der kleinen Vögel” erzählt die Geschichte zweier ungleicher Brüder. Der ältere von ihnen spricht seit seiner Kindheit eine eigene Sprache, die nur sein Bruder versteht. Sein einziges Interesse gilt den Vögeln, insbesondere den Singvögeln. Irgendwie kann der „ältere Bruder“ verstehen, was die Vögel sagen, und ihre Rufe nachahmen. Sie führen ein einfaches Leben und folgen dabei sich wiederholenden, eintönigen Lebensrhythmen. Er kümmert sich um eine Voliere im Garten eines nahegelegenen Kindergartens. Nach seinem Tod übernimmt der jüngere Bruder diese Aufgabe. Dieser arbeitet als Verwalter in einem nahegelegenen Wohnheim, teilt die Liebe seines Bruders zu den Vögeln und gibt sie an seine Bekannten weiter. Die Kinder des Kindergartens und der Nachbarschaft kennen ihn als den „Herrn der kleinen Vögel“. Eines Tages wird sein eintöniges Leben durch ein unvorhergesehenes Ereignis unterbrochen.

Die Meinung der anderen:

Es ist das Beiläufige, Unaufgeregte, Unprätentiöse, das die Romane von Yoko Ogawa so großartig macht. Deutschlandfunk

Yoko Ogawa, Das Geheimnis der Eulerschen Formel

Eine junge Frau, alleinerziehende Mutter von einem 10-jährigen Jungen, arbeitet für eine Zeitarbeit-Agentur, die sie vor allem als Pflegerin einsetzt. Eines Tages wird ihr eine neue Stelle angeboten: sie soll sich um einen alten Mathematik-Professor kümmern, der nach einem Unfall das Gedächtnis verloren kann, so dass er nur die letzten 80 Minuten behalten kann.

So lernt sie jeden Tag der Professor neu kennen, und wird gleich mit einer überraschenden Frage begrüßt. Neben Mathematik, die andere Leidenschaft des Professors ist Baseball, wobei er ein echter Fan von Spielern ist, die seit 20 Jahren nicht mehr aktiv sind. Eines Tages lädt er die Pflegerin ein, ihren Sohn mitzubringen, damit dieser nicht lange auf das Abendessen nach der Schule warten muss. Daraus entwickelt sich eine schöne Geschichte, die jeden Tag praktisch neu beginnt.


Was andere dazu meinen:

„Überraschend, anmutig und tief bewegend.“ Paul Auster. Eine Frau wird die Haushälterin eines Mathematikprofessors, der jeden Tag aufs Neue vergisst, wer er ist. Eine bezaubernde Geschichte über Freundschaft und Verlust – und über die Poesie der Zahlen. Seit einem geheimnisvollen Unfall währt das Kurzzeitgedächtnis eines Professors nicht länger als achtzig Minuten. Eine neue Haushälterin gewinnt sein Vertrauen, auch ihren zehnjährigen Sohn schließt er ins Herz. Über die faszinierende Welt der Mathematik kommen sie einander näher, und mit jeder neuen Gleichung, mit jedem neuen Zahlenrätsel entstehen zwischen ihnen Bande, die stärker sind als der Verlust der Erinnerung – bis die Schwägerin des Professors dem ein Ende setzt … „Ein wunderbares, ein poetisches Buch.“ WDR. „Die Japanerin Yoko Ogawa schreibt so poetisch und konkret, so fremd und vertraut, dass ihr Werk ein kleines Wunder an Widersprüchlichkeit ist.“ Brigitte