Schlagwort-Archive: Bücherkoffer 2026

Alfredo Bryce Echenique, Eine Welt für Julius

Der Autor, Alfredo Bryce Echenique (Lima, 1939–2026), spiegelt sich in Julius wider, dem Protagonisten eines unvergesslichen Romans, der für die Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von grundlegender Bedeutung ist. Wie Alfredo Bryce Echenique war Julius im Peru der Pariser Architektur geboren worden, im Stadtteil Magdalena, einer Welt von gestern, an die er sich immer wieder besessen erinnert. Die Proustsche Mutter, der Bankiervater, die Privatschulen, die Paläste, die Bediensteten, der Country Club, die Sehnsucht nach Europa…

Die Rituale dieser Bourgeoisie/Aristokratie Limas erscheinen als Gegenstand der Analyse in einer originellen und intelligenten Erzählstruktur. Korruption ist allgegenwärtig, ebenso wie Heuchelei und Schein. Ein Blick von außen auf diese Menschen, eine durchgängige Ironie, prägen den Rhythmus eines Schreibstils, der der Unschuld keinen Raum lässt.

Die Meinung der anderen:

Aus einer dem Kind ganz nahen Perspektive erzählt der Autor von diesem stillen Drama, ohne anklagenden Ton, mit feiner Ironie und manchmal burleskem Humor. Seine Kunst ist es, den Leser zum Lachen zu bringen über Dinge, die trauriger nicht sein könnten.
Leicht wie ein Divertimento, vielstimmig und mit komödiantischem Strich schildert der Roman das In-die-Welt-Kommen eines Kindes und zugleich die Abgründe einer von schroffsten Gegensätzen zerklüfteten Gesellschaft. (Amazon)

Isabel Allende, Der Wind kennt meinen Namen

Dieser Roman von Isabel Allende prangert Frauenmorde und die Straffreiheit vieler ihrer Täter an, ebenso wie die Einwanderungspolitik der Vereinigten Staaten während der Pandemie, insbesondere die Trennung von Kindern und Eltern. Um ihre Position mit unwiderlegbaren Argumenten zu untermauern, erzählt die Autorin parallel zwei Geschichten, die fast acht Jahrzehnte voneinander getrennt sind.

Auf der einen Seite Samuel Adler, ein fünfjähriger Wiener Jude und frühreifer Geiger, der nach der Reichskristallnacht einen Platz unter den in England aufgenommenen Jugendlichen erhält, wo er schließlich von einer Quäkerfamilie aufgenommen wird. Auf der anderen Seite steht Anita, ein fast blindes achtjähriges Mädchen aus El Salvador, das bei dem Versuch, die Grenze zu überqueren und in die Vereinigten Staaten zu gelangen, von ihrer Mutter Marisol getrennt wurde. Selena Durán, eine junge Sozialarbeiterin, übernimmt die Bearbeitung ihres Falles und versucht, ihre Mutter ausfindig zu machen.

Das Buch, das aus kurzen Kapiteln besteht, in denen verschiedene Personen im Mittelpunkt stehen, befasst sich eingehend mit vielen der Probleme, die Nord- und Mittelamerika plagen, wie ungestrafte Gewalt gegen Frauen, kriminelle Banden, Korruption und, wie Samuel gegen Ende des Buches anerkennt, Gleichgültigkeit – laut Letizia, einer weiteren Protagonistin, eine der Todsünden

Die Meinung der anderen:

Isabel Allende hat eine fulminante historische Saga geschrieben, die miteinander verwobenen Geschichten zweier junger Menschen, die auf der Suche nach Familie und Heimat sind. Amazon

Lincoln Child, Das Patent

Dieser Roman, eine Mischung aus Science-Fiction und Krimi, erzählt von einem einzigen Tag im Themenpark „Utopia“ in der Wüste von Nevada, USA. Der Park wird von einer Gruppe Krimineller unter der Führung des rätselhaften John Doe angegriffen. Der innovative Park mit verschiedenen Welten und zahlreichen Attraktionen empfängt täglich Zehntausende Besucher und wird von Robotern, künstlicher Intelligenz sowie dem sogenannten Metanetz gesteuert, einem lernenden System. Andrew Warne, der das Metanetz entwickelt und installiert hat, ist an diesem Tag zu Besuch in Utopia, begleitet von seiner Tochter Georgia. Ein angeblicher Spezialist namens John Doe wendet sich an Sarah, die Betriebsleiterin des Parks, und fordert die Herausgabe einer DVD mit dem Quellcode und dem „Crisol“, der die geheime Technologie des Parks enthält. Wird ihm diese nicht ausgehändigt, droht er mit Todesopfern und totalem Chaos im Inneren des Parks.

Von da an entfaltet sich die Handlung mit großem Realismus. Die Beschreibungen sind absolut glaubwürdig, sowohl was die Technik als auch die Arbeit hinter den Kulissen eines Themenparks dieser Größenordnung angeht.

Der Roman hat mir gefallen, auch wenn er ein paar Seiten zu viel hat. Ich nehme an, dass es nicht lange dauern wird, bis ein Film erscheint, wenngleich die Spezialeffekte eine große Herausforderung darstellen werden.

Yoko Ogawa, Der Herr der kleinen Vögel

Ich glaube, das Geheimnis und der auffälligste Aspekt von Yoko Ogawas Werk ist ihre gelassene Prosa, die sie mit anderen Autoren aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Epochen teilt. Robert Seethaler und Graham Greene sind zwei Beispiele. Die Handlung entfaltet sich ohne große Aufregung, selbst wenn beunruhigende oder schmerzhafte Ereignisse geschildert werden. Die Figuren sehen sich mitunter mit schwierigen Situationen konfrontiert, etwa dem Tod eines Angehörigen oder einem Problem mit Untreue in der Familie. Doch sie gehen ihren Weg weiter und finden auf ihre Weise ihren Platz im Leben.

„Der Herr der kleinen Vögel” erzählt die Geschichte zweier ungleicher Brüder. Der ältere von ihnen spricht seit seiner Kindheit eine eigene Sprache, die nur sein Bruder versteht. Sein einziges Interesse gilt den Vögeln, insbesondere den Singvögeln. Irgendwie kann der „ältere Bruder“ verstehen, was die Vögel sagen, und ihre Rufe nachahmen. Sie führen ein einfaches Leben und folgen dabei sich wiederholenden, eintönigen Lebensrhythmen. Er kümmert sich um eine Voliere im Garten eines nahegelegenen Kindergartens. Nach seinem Tod übernimmt der jüngere Bruder diese Aufgabe. Dieser arbeitet als Verwalter in einem nahegelegenen Wohnheim, teilt die Liebe seines Bruders zu den Vögeln und gibt sie an seine Bekannten weiter. Die Kinder des Kindergartens und der Nachbarschaft kennen ihn als den „Herrn der kleinen Vögel“. Eines Tages wird sein eintöniges Leben durch ein unvorhergesehenes Ereignis unterbrochen.

Die Meinung der anderen:

Es ist das Beiläufige, Unaufgeregte, Unprätentiöse, das die Romane von Yoko Ogawa so großartig macht. Deutschlandfunk

Charlotte Link, Die Entscheidung

Charlotte Link ist eine deutsche Autorin, die mit ihren Kriminalromanen und Drehbüchern für Fernsehserien eine gewisse Bekanntheit erlangt hat. Sie belegte häufig Spitzenplätze in den Bestsellerlisten und wurde für zahlreiche Preise und Auszeichnungen nominiert. Ihr Stil ist direkt, mit mehreren parallelen Handlungssträngen und einem hohen Maß an Spannung und Intrige bis zur letzten Seite.

In diesem Roman behandelt Link ein schmerzliches, aber sehr aktuelles Thema: den Menschenhandel in Europa durch kriminelle Organisationen, die junge Menschen in osteuropäischen Ländern anwerben und mit leeren Versprechungen täuschen, um sie in westliche Länder zu bringen, wo sie oft als Sexsklavinnen behandelt werden.

Simon, ein geschiedener Vater, verbringt die Weihnachtsferien an der Mittelmeerküste der Provence, frustriert über die Abwesenheit seiner beiden Kinder, die sich geweigert haben, ihn in dieser Zeit zu begleiten. Zufällig lernt er die etwa 20-jährige Nathalie kennen, die aus einer Wohnung, die sie illegal bewohnt hatte, vertrieben wurde und nun buchstäblich auf der Straße steht. Von da an nehmen die Ereignisse bedrohliche Wendungen, während in einer parallelen Handlung eine Familie um das Leben ihrer 17-jährigen Tochter fürchtet, die sich auf ein unwahrscheinliches Abenteuer eingelassen hat, um als Model bei einer Agentur in Italien zu arbeiten.

Die Erzählung ist sehr dynamisch und die Charakterbeschreibungen realistisch, mit einem insgesamt eher pessimistischen Ton, der sich auch in den Wetterbedingungen widerspiegelt, unter denen sich die Handlung entfaltet.

Stefan Zweig, Magellan – Der Mann und seine Tat

Der Im Jahr 1518, ein Vierteljahrhundert nach Kolumbus, gelang es Magellan, nachdem er den König von Portugal nicht überzeugen konnte, den König von Spanien, Karl I., davon zu überzeugen, ihm eine Flotte zur Verfügung zu stellen, um das Meer zu erkunden, das Asien von Amerika trennte. Er verfügte über ungenaue Informationen darüber, ob es möglich sei, die Erde zu umrunden, und war entschlossen, dies zu beweisen.

Mit neununddreißig Jahren begann er an der Spitze einer Flotte von fünf Schiffen und 265 Mann eine Episode, die die Geschichte der Seefahrt und der Menschheit prägen sollte. Er kehrte drei Jahre später in einem provisorischen Schiff mit nur 18 Mann zurück. Meutereien, Hunger, Rivalitäten, Fehler … nichts blieb dem berühmten Abenteurer erspart.

Sorgfältig dokumentiert, ist die Nachzeichnung seiner Heldentat ein brillantes Abbild der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse zu Beginn des 16. Jahrhunderts und würdigt die Leistung eines leidenschaftlichen Genies, das mit unbedeutenden Schiffen die Welt umsegelte und damit erstmals ihre Rundheit bewies – nach einem unglaublichen Abenteuer, das ihn das Leben kosten sollte.

Was die anderen dazu meinen:
Magellan, der portugiesische Entdecker und erste Weltumsegler, war ein wagemutiger Mann und unbezwingbarer Charakter. Sein abenteuerliches Leben und tragisches Ende hat Stefan Zweig auf seine unnachahmliche Art geschildert: kenntnisreich, emotional und sprachmächtig, dabei spannend wie ein Krimi. »Magellan« ist eine Romanbiografie aus der Zeit der spanischen Konquistadoren, als die Weltmeere zum Schauplatz einer kühnen Tat wurden. (Amazon)

Arno Geiger, Der alte König in seinem Exil

Arno Geiger ist ein hervorragender Schriftsteller. In diesem Buch erforscht er nicht fremde Welten oder erfundene Personen, sondern sich selbst und seinen eigenen Vater, der langsam in Demenz verfällt.
Es ist nicht leicht, mit einer solchen Situation auszukommen, und auch nicht, darüber zu schreiben, ohne Seiten nach Seiten mit Floskeln und Gemeinplätzen zu fühlen.

Das Buch geht dem Leser unter die Haut, vor allem wenn man bereits eine solche Erfahrung gemacht hat: etwas, was uns allen früh oder spät bevorsteht, sei es als Patient, sei es als Pfleger.

Viel mehr will ich nicht verraten. Nur unterstreichen, dass man sich als möglicher Betroffene sich genau das Mitgefühl wünscht, das der Autor hier beweist.

Die Meinung der anderen:

Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. Er entdeckt, dass es auch mit der Krankheit bei seinem Vater noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Ein lebendiges, oft komisches Buch, das von einem Leben erzählt, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden. Amazon
Eine Liebeserklärung an den Vater, vor allem aber ein großes Stück Literatur. Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ein taktvolles, filigranes und fabelhaft einfaches Buch, ein Monument für einen Lebenden. Franz Haas, Neue Zürcher Zeitung.

Francois Mauriac, Naterngezücht

François Mauriac, der 1952 den Nobelpreis erhielt, zählt zu den bedeutendsten katholischen Schriftstellern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es gab in dieser Zeit viele hervorragende Schriftsteller, die als „katholisch“ galten, darunter Franzosen, Deutsche, Engländer und Skandinavier. Normalerweise lese ich diese Art von Literatur selten, vor allem, wenn Fiktion und literarische Qualität offen einem apologetischen, also evangelisierenden Zweck dienen. Charakteristische Beispiele für diesen lobenswerten Versuch sind Gertrud von Lefort oder Paul Claudel. Oft vertreten diese Autoren innerhalb ihrer jeweiligen Kirche weniger konventionelle Standpunkte. Im Falle von Mauriac bezieht sich dies auf die Fundamentaltheologie, also die Frage, wie der Mensch zu Gott gelangt und welche Rolle die Kirchen dabei spielen, sowie auf die Soziallehre im Rahmen der sogenannten Katholische Erneuerung.

Natterngezücht ist in erster Linie ein hervorragender Roman. Geschrieben in Form eines Briefes oder Tagebuchs, das ein kranker Millionär namens Luis an seine Frau und seine Erben richtet, sowie zweier Briefe eines seiner Söhne, schildert das Werk die Absicht des Protagonisten und Erzählers, seine Familie nach seinem nah bevorstehenden Tod zu enterben. In seiner Erzählung legt Luis die Gründe für seinen Groll dar und gibt einige biografische Einblicke. Als Sohn einer Bauernfamilie erwarb Luis sich nach und nach ein großes Vermögen und heiratete eine Frau aus einer Adelsfamilie aus Bordeaux. Die Haltung seiner Schwiegerfamilie, für die er ein Emporkömmling und zudem Freimaurer war, sowie die mangelnde Kommunikation mit seiner Frau seit der Geburt ihrer Kinder führten dazu, dass Luis sich isolierte und in einen offenen Konflikt mit seiner Familie geriet. Der Titel bezieht sich auf die Lebenserfahrung des Protagonisten, der sein Herz in einem Nest von Schlangen gefangen fühlt, die sich wie ein Knoten um ihn winden und verhindern, dass etwas zu ihm gelangt und nichts von ihm nach außen dringt. Einige Sätze sind erschütternd, wie „Ich bin ein Mann, den man nicht lieben kann“, womit er seine Situation als unumkehrbar beurteilt, verschärft, wie er selbst sagt, durch „das Misstrauen der Reichen Leute, die Angst haben, betrogen oder ausgebeutet zu werden“.

Mauriac beschreibt diese Situation und zeigt gleichzeitig, dass Reue und Erlösung bis zum letzten Moment immer möglich sind, trotz des Schadens, den der alte Geizhals seiner Familie und seinem Umfeld zugefügt hat. Dieser Roman gilt als Mauriacs bestes Werk und als eine der großen Erzählungen des 20. Jahrhunderts.

Walter Kempowski, Alles umsonst

Walter Kempowski zählt zu den besten deutschen Schriftstellern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben mehreren historischen Romanen ist sein ehrgeizigstes Projekt „Das Echolot“. Es handelt sich dabei um zehn Bände mit privaten Originaldokumenten aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs, darunter Briefe, Notizen, Tagebücher und Kleinpublikationen. Ähnlich wie bei einem Echolot sollen die gesammelten Aufzeichnungen ein Bild der deutschen Gesellschaft jener Zeit vermitteln.

Kempowski wurde im Alter von 15 Jahren als Helfer zum Kriegsdienst einberufen. Nach Kriegsende wurde er bei einem Besuch seiner Mutter in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik festgenommen, vor Gericht gestellt und als Spion des Westens zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er verbüßte acht Jahre seiner Strafe in einem politischen Gefängnis.

In „Alles umsonst“ erzählt er in Romanform von den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs in einer fiktiven Stadt in Ostpreußen, das heute auf Polen, Russland und andere Länder aufgeteilt ist. Auf einem Gut in der Nähe der Stadt lebt die Familie von Globig. Der Ehemann, ein Soldat, befindet sich in Italien und die Frau lebt mit ihrem Sohn Peter, einer entfernten Tante sowie weiteren Personen – teils Angestellte, teils Flüchtlinge – zusammen. Angesichts des bevorstehenden Vormarschs der Russen, die sich hinter der polnischen Grenze befinden, kommen zahlreiche Flüchtlinge im Haus vorbei. Die Partei ordnet an, dass die Familie sie beherbergen muss. Sie bringen ihre eigene Sicht auf die Situation und die Zukunft ein.

Die bedrückende Präsenz des NS-Regimes, die herrschende Unsicherheit und der strenge Winter 1944/45 verleihen der Erzählung zwangsläufig einen negativen Unterton, was sich bereits im Titel des Romans widerspiegelt. Dieser stammt von einem berühmten Satz Luthers und dient als Einleitung zum Werk. Er besagt, dass nur der Glaube und die Gnade die Kraft haben, uns zu verbessern und uns Vergebung zu verschaffen, während all unsere Bemühungen vergeblich sind, so sehr wir uns auch anstrengen mögen.

Es ist ein harter Roman, der mit Feinsinn und Meisterschaft die Stimmung einer ganzen Nation nach dem Zusammenbruch einer Ideologie widerspiegelt, die innerhalb weniger Jahre die ganze Welt auf den Kriegsfuß stellte und den Tod von Millionen Menschen verursachte. Als kein Zweifel mehr daran besteht, dass das Hakenkreuz-Ideal besiegt werden wird, sehen sich Anhänger und Gegner gezwungen, sich der neuen Situation zu stellen: der inneren Bedrohung durch die politischen Strukturen der Nazis und der äußeren durch die Armeen der Alliierten, vor allem die der Russen.

Zu den Errungenschaften des Romans gehört die psychologische Beschreibung der Hauptfiguren, darunter aufgrund seiner Naivität auch die des Protagonisten des letzten Teils, Peter, ein zwölfjähriger Junge.

Die Meinung der anderen:

„Dieses Buch zeigt, dass Literatur etwas kann, was Historiker nicht vermögen.“ Andreas Isenschmid, Neue Zürcher Zeitung
„Walter Kempowski hat ein weiteres Mal das fast Unmögliche, das fast nie Gelingende geleistet: einen vollkommen überzeugenden historischen Roman.“ Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung

David Foster Wallace, Das hier ist Wasser

David Foster Wallace war eine eigenwillige und äußerst interessante Persönlichkeit und Autor – zumindest für diejenigen, die nach neuen Blickwinkeln auf aktuelle Situationen und Probleme suchen. In seinem kurzen Leben – er nahm sich im Alter von nur 46 Jahren das Leben, nachdem er viele Jahre unter Depressionen gelitten hatte – verfasste er einige Romane und zahlreiche Essays, in denen er einen kritischen und ironischen Blick auf die amerikanische Gesellschaft wirft und gleichzeitig seine eigene Sichtweise und Ironie hinterfragt.

Das vorliegende Werk ist eine Festrede, die er wenige Jahre vor seinem Tod anlässlich einer Abschlussfeier hielt. In dieser ermutigt er die neuen Absolventen, ihre Freiheit zu nutzen, um aus ihrer eigenen Hülle und ihrem Selbstmitleid herauszukommen. Es ist eine Art Kurs in praktischer Philosophie und ein Selbsthilferatschlag, um die Welt in ihrer wahren Dimension zu sehen. Hervorragend und ein Ansporn, weitere Werke desselben Autors zu lesen.

Die Meinung der anderen:

Diese zweisprachige Ausgabe präsentiert die Rede in ihrer Originalfassung und in deutscher Übersetzung. Das hier ist Wasser ist ein unverzichtbares Geschenk für alle Hochschulabsolventen und ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen möchte. (Amazon)