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Kim Jiyung, Das Tagebuch im Waschsalon der lächelnden Träume

Für das Jahr 2027 habe ich wieder ein Buch des Genres „Healing Fiction“, also der heilenden oder wohltuenden Literatur, ausgewählt. Diese vor allem in Japan und Korea weit verbreitete literarische Gattung versucht, die Lesenden zu trösten und zu stärken, indem sie positive Lösungen für schwierige oder schmerzhafte Situationen aufzeigt. Wie ich bereits an anderer Stelle erwähnt habe, kann ich nicht empfehlen, ausschließlich Bücher dieses Genres zu lesen. Unter anderem deshalb, weil die literarische Qualität nicht an erster Stelle steht, und weil sie denn sie vermitteln oft den Eindruck, Jugendliteratur mit einem Hauch von Selbsthilfe zu vermischen. Ich lese diese Art von Büchern weiterhin, weil man aus jedem davon etwas Interessantes mitnehmen kann, sie meist nicht allzu lang sind und man viel über die kulinarischen Bräuche und ganz allgemein über diese beiden Länder lernt.

Kim Jiyung ist eine junge Autorin, die aus der Welt des Drehbuchschreibens und Theaters stammt. Daher überrascht es nicht, dass sie besonders viel Wert auf Dialoge und die Inszenierung der Handlung legt. Die Handlung dreht sich um einen Waschsalon im Stadtteil Yeonnam in Seoul, einem gemischten Wohn- und Geschäftsviertel mit regem gesellschaftlichem Leben. Die Kunden fühlen sich in diesem Waschsalon aufgrund der Atmosphäre, des Services und des charakteristischen Geruchs der dort üblicherweise verwendeten Wasch- und Weichspülmittel meist wohl.

Einige der Gäste – darunter ein älterer Mann, der einen Streuner adoptiert hat, eine Drehbuchautorin, die auf ihren Durchbruch wartet, eine Familie mit finanziellen Problemen und sogar ein Betrüger – schätzen die menschliche Wärme des Lokals. Sie nutzen ein Tagebuch, das irgendwann einmal von jemandem vergessen wurde, und schreiben ihre Gedanken und Sehnsüchte hinein. Manchmal erhalten sie Antworten von anderen Gästen.

Es würde mich nicht wundern, wenn zu diesem Thema irgendwann einmal ein Film oder eine Serie erscheinen würde.