Archiv für den Monat: Dezember 2022

Georg Orwell, Reise durch Ruinen

Georg Orwell ist vor allem durch seine Dystopien wie 1984 und Animal Farm bekannt geworden. Seine eigentliche Arbeit war eigentlich der Journalismus. So hat er aus Spanien in der Zeit des Bürgerkrieges berichtet, ebenso aus Frankreich und Deutschland gegen Ende des Weltkrieges.

Dieses Büchlein ist eine interessante Reportage aus dem Jahre 1945. Man darf aber den kleinen Artikeln keine übermäßige Ansprüche stellen, etwa über die Beurteilung des Holocausts.

Was andere dazu meinen:

Zwischen März und November 1945 folgte George Orwell als Kriegsberichterstatter den alliierten Streitkräften durch Deutschland und Österreich. Seine Reportagen schildern frei von Triumph oder Hass, welche Zerstörung der Krieg über Städte, Länder und Menschen gebracht hat. Hier erscheinen sie erstmals geschlossen in deutscher Übersetzung.

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Victoria Mas, Die Tanzenden

Salpêtrière, psychiatrische Klinik Ende des 19. Jahrhunderts. Der Frauenflügel. Unter der fragwürdigen Diagnose „hysterisch“, „melancholisch“, „geisteskrank“, „epileptisch“ usw. wurden hier kranke Frauen zusammen mit Prostituierten, Kriminellen und anderen „Ausgestoßenen“ einer gnadenlosen Gesellschaft eingesperrt. Der berühmte Arzt Charcot führt an den „Irren“, die unter menschenunwürdigen, entwürdigenden und hoffnungslosen Bedingungen leben, Experimente aller Art durch. Zu ihnen gehören Louise, eine Jugendliche, die von ihrem Onkel missbraucht wird, und die Weberin, eine ehemalige Prostituierte, die Pullover und Schals für die Kranken strickt. Einmal im Jahr findet, ohne dass man den Grund dafür kennt, ein Fastenball statt, zu dem die „Bourgeoisie“ eingeladen wird, die gerne kommt wie in einen neuen Zoo. Eugenie, ein junges Mädchen aus einer angesehenen Pariser Notarsfamilie, hat seit ihrer Kindheit eine besondere Gabe: Sie kann die Geister der Toten sehen, die zu ihr kommen und ihr Botschaften für ihre Lieben übermitteln. Als sie diese Gabe ihrer Großmutter offenbart, spricht diese mit Eugenies Vater, der nicht zögert, sie loszuwerden und in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen.

Aus diesen Koordinaten entwickelt Victoria Mas einen sehr gut geschriebenen Roman, in dem sie die Anprangerung der Behandlung psychisch kranker Frauen in einem Krankenhaus, das sie als „Frauenklo“ bezeichnet, mit einer Kritik am unterdrückerischen Machismo verbindet. So berechtigt dieser zweite Aspekt auch sein mag, in der Literatur wird er manchmal etwas übertrieben dargestellt. Man darf nicht vergessen, dass die frenopathischen Anstalten für Männer damals nicht besser waren, auch wenn es stimmt, dass die Frauen schutzloser waren.

Jedenfalls hat mir der Roman sehr gut gefallen. Er ist ein bisschen kurz. Ein interessanter Aspekt ist die Frage des Glaubens an die geistige Welt, die bei einer der Krankenschwestern, der altgedienten Geneviève, zu einer tiefgreifenden Veränderung führt. Nachdem sie jahrelang die Existenz Gottes geleugnet und Religion als Betrug bezeichnet hat, erkennt sie aufgrund empirischer Beweise die Existenz und das Überleben von Geistern an. Ein interessantes Paradox.

Was andere dazu meinen:

Stellen Sie sich eine Zeit vor, in der eine Frau eingewiesen wird, weil sie zu rebellisch ist. Weil sie in einem Café sitzen und lesen, mitreden und mitbestimmen, eines Tages vielleicht sogar Ärztin werden will.

Diese Zeit gab es wirklich, und sie liegt noch gar nicht lange zurück.

»In einer glasklaren Sprache, leicht wie ein Pastell, schreibt diese junge Autorin gegen die männliche Norm an und gibt denen eine Stimme, die man mundtot gemacht und unterdrückt hat.« L’Obs

»Eine der schönsten und augenfälligsten Überraschungen des Jahres!« Le Parisien

»Ein unentbehrlicher Roman.« Cosmopolitan Frankreich

In Frankreich als bestes Debüt des Jahres ausgezeichnet!

(medimops)

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Lieber Bücherfreund!
Hier findest Du eine Liste von Büchern, die ich für lesenswert halte. Sie erhebt weder Anspruch auf Allgemeingültigkeit noch auf Vollständigkeit. Ich gehe davon aus, dass die Besucher dieser Seite sich in der Weltliteratur zu Hause fühlen und gerne lesen. Hier sind nur Bücher aufgeführt, die ich selbst gelesen habe, die relativ aktuell sind oder die, wenn sie schon älter sind, noch nicht allgemein bekannt sind.

Ich bin mit Büchern und Lesern aufgewachsen. Als ich anfing, meinen Lebensunterhalt mit der Bearbeitung von Sprachen und Inhalten zu verdienen, las ich besonders viel aktuelle spanische Literatur und spanische Übersetzungen von Werken aktueller Autoren. Ich begann auch bald, zu jedem Buch eine kurze Rezension zu schreiben. Einfach so, für mich, und auf Spanisch. Daraus entstand mein erster Blog, den ich mit meinen Geschwistern aufbaute: libros.canals.de.

Dieser zweite Blog auf Deutsch entstand, als mich immer mehr Freunde und Bekannte nach guten Büchern fragten. Es kann sein, dass die Texte sprachlich nicht ganz fehlerfrei sind. Dafür sind die Bücher, die ich hier empfehle, umso besser.

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Javier