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Robert Seethaler, Der Trafikant

Robert Seethaler, geboren 1967, ist ein österreichischer Schriftsteller und Schauspieler. Er erreichte internationalen Ruhm mit seinem Werk Ein ganzes Leben, das für einige wichtige Preise nominiert wurde. Der Trafikant, geschrieben 2012, wurde einige Jahre später verfilmt.

Dieses feinsinnig geschriebenes Buch erzählt die Geschichte von Franz Huchel, der sein Heimatdorf am Attersee 1937 verlässt, um in Wien als Lehrling in einer Trafik (ein Kiosk) zu arbeiten. Dort trifft er auf Sigmund Freud, Kunde des Ladens, und ist von ihm fasziniert. Daraus entwickelt sich eine Art Vater-Sohn-Beziehung, die durch die politischen Ereignisse unterbrochen wird. Ich finde, es ist ein sehr schönes Buch.

Was andere dazu meinen:

Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von ihm. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt, sucht er bei dem alten Professor Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse. Und schon bald werden Franz, Freud und Anezka jäh vom Strudel der Ereignisse mitgerissen.

Robert Seethaler, Ein ganzes Leben

Was macht das Leben eines „normalen“ Menschen aus? Der Österreicher Robert Seethaler schreibt gekonnt über einen einfachen Menschen, dessen Universum sich auf das Tal der Alpen beschränkt, in dem er lebt. Nach Jahren der Arbeit als Hilfsarbeiter in einem Berghof arbeitet er sich als Techniker hoch.

Eines Tages lernt er Marie kennen, die Liebe seines Lebens. Gegen Ende seines Lebens macht sich Gedanken über sein einfaches aber irgendwie auch erfülltes Leben. Ein Buch voller Sehnsucht, das durch die Schreibweise Seethalers einen wohltuenden Eindruck hinterlässt.

Was andere dazu meinen:

Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr – so genau weiß das keiner. Er wächst zu einem gestandenen Hilfsknecht heran und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens, die er jedoch wieder verlieren wird. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist sie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen.
(medimops)