Ein eindrucksvoller Roman, mit dem Delphine de Vigan einige der renommiertesten französischen Literaturpreise gewann. Mit ihrem ganz eigenen Stil, nüchtern in den Beschreibungen und reich an Emotionen, spielt sie mit dem Konzept von Fiktion und wahrer Geschichte, mit der autobiografischen Ladung, die in jedem Roman steckt, und mit der Verwechslung zwischen Realität und Fiktion, die ein Leben überschatten kann.
Protagonistin des in der ersten Person geschriebenen Romans ist Delphine, eine Schriftstellerin, die mit einem ihrer autobiografischen Romane großen Erfolg hatte. Nach diesem Erfolg gerät sie in eine Art Schaffenskrise. Während sie darüber nachdenkt, einen rein fiktiven Roman zu schreiben, tritt eine gleichaltrige Frau in ihr Leben, die im Roman nur L. genannt wird und bald zu einer engen und unzertrennlichen Freundin wird. Ohne es zu merken, beginnt Delphine, L. zu vertrauen und sich auf sie zu verlassen.
Die Reflexionen der beiden Frauen, die Zitate aus bekannten Werken und eine erzählerische Spannung, die manchmal an Stephan King erinnert, regen den Leser an, über die reine Fiktion nachzudenken, über die Beschreibung der Realität, die in vielen Fällen jede erdachte Handlung übertrifft, über die Beziehung zwischen dem Schriftsteller und seinen Lesern und über den schmalen Grat, der Sensibilität von pathologischen Positionen trennt.
Das Buch ist zweifellos viel besser als der Film, der kurz nach dem Schreiben dieser verstörenden Geschichte gedreht wurde. Nicht überraschend, denn es ist nicht leicht, den Reichtum an Ebenen, den dieser Roman bietet, mit einem Minimum an Kohärenz in einem kurzen Film zu erfassen.
Die Meinung der anderen:
Ein raffiniertes literarisches Spiel mit Fiktion, Wirklichkeit und Identität (Amazon).
»Einen so klugen Roman über das Schriftstellersein muss man erst mal schreiben.« Claudia Voigt, LITERATUR SPIEGEL
»Das Buch ist ein grandioses Spiel mit der Autofiktion, aber vor allen Dingen ist es ein Buch, das man nicht weglegen will, ein Buch, zu dem man immer zurückmuss, und seien wir ehrlich: Solche Bücher gibt es eigentlich gar nicht.« Hannah Lühmann, LITERARISCHE WELT
