Martin Suter ist ein bekannter Schweizer Journalist und Romanautor. Small World, 1997 erschienen, ist sein erster großer Erfolg und der Beginn einer Trilogie über neurologische Themen. Im Mittelpunkt des Romans steht Konrad Lang, genannt Koni, der von seinen Gönnern, der Industriellenfamilie Koch, mit der Betreuung eines Anwesens auf der griechischen Insel Korfu beauftragt wird. Ein Unfall, unter anderem verursacht durch Konrads Vorliebe für Alkohol, führt zu einem Brand und zur Zerstörung des Hauses. Die betagte Firmenchefin Elvira Senn gewährt ihm dennoch eine Rente, die er jedoch mit seinem Hang zum Alkohol verprasst. Andererseits ist er wohlerzogen und sehr sympathisch, und es fällt ihm leicht, die Herzen der Menschen zu gewinnen. Er lernt Rosemarie Haug kennen, eine wohlhabende Frau, die er heiraten will. Doch schon bald machen sich bei ihm Symptome einer Geisteskrankheit, vermutlich Alzheimer, bemerkbar, die ihn nach und nach handlungsunfähig machen und Erinnerungen an eine mehr als sechzig Jahre zurückliegende Zeit freisetzen. Das beunruhigt seinen Vormund.
Die Handlung entwickelt sich linear mit kleinen Rückblenden durch den Roman und bietet einen interessanten Einblick in die Welt der Wirtschafts- und Finanzmagnaten in der Schweiz. Ein großer Teil des Romans beschäftigt sich mit Konrads Krankheit und den ersten Heilungsversuchen in dieser Zeit. Ein interessanter und lesenswerter Roman.
Was die anderen dazu meinen
„Genau recherchiert, sprachlich präzis und raffiniert erzählt. Dramatisch geschickt verflicht Suter eine Krankengeschichte mit einer Kriminalstory. Literarisch weit über die Schweiz hinausweisend.“(Süddeutsche Zeitung)
