Kim Ho-Yeon, Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen

Der Autor dieser bezaubernden Geschichte ist ein vielseitiger koreanischer Schriftsteller, der Werke in verschiedenen Genres veröffentlicht hat. Der Roman, der im ersten Jahr der Pandemie spielt, erzählt liebevoll eine Geschichte über Verständnis, Zusammenleben und menschliches Miteinander. Das Buch, das in der Originalsprache 2021 erschien, war in vielen Ländern ein großer Erfolg.

Ein unbekannter Obdachlose, den seine Mitstreiter rund um dem Hauptbahnhof von Seoul Dokgo nennen, findet eines Tages einen Etui mit den Dokumenten und der Brieftasche von Frau Yeom, einer pensionierten Lehrerin, die Opfer eines Raubs gewesen ist. Frau Yeom betreibt in einem Vorort von Seul einen 24-Stunden-Laden, wo man neben Lebensmittel auch andere Produkte rund um die Uhr kaufen kann. Dokgo leidet an einer alkoholbedingten Amnesie und sein einziges Ziel ist es, heil durch den Winter zu kommen. Er findet die Daten von Frau Yeom in ihrem Unterlagen und ruft sie an, um ihr ihr Eigentum zurückzugeben. Die dankbare Lehrerin nimmt ihn mit in ihren Laden und gibt ihm das Recht, jeden Tag dort etwas zu essen zu bekommen, unter der Bedingung, dass er aufhört zu trinken. Dokgo nimmt das Angebot an und wird bald Nachtwächter des Ladens. Dort entwickelt er eine erstaunliche Fähigkeit, sich der Probleme anderer Personen, sowohl Kunden als auch Mitarbeiter, anzunehmen. Nach und nach werden außerdem die Erinnerungen an seiner Vergangenheit wach, die er hinter sich gelassen zu haben glaubte.

Der deutlich asiatisch geprägte Ton der Erzählung ist gelassen, teilweise humorvoll, mit sehr detaillierten Beschreibungen der Orte und der Personen. Der Autor schildert die Problemen und Sehnsüchten der Hauptfiguren und betont immer wieder, wie wichtig es ist, auf die anderen einzugehen und die positive Seite aller Situationen zu finden. Manchmal wirkt die Erzählung ein wenig „naiv“ trotz der realistischen Darstellung. Ich habe die Lektüre auf Spanisch richtig genossen.

Was die anderen dazu meinen:

„Ein einfühlsamer, leicht erzählter Roman aus einer fernen Welt – fremd und uns doch so nah.“ NDR Kultur, 03.01.2024

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