Archiv für den Monat: April 2025

Mitch Albom, Dienstags bei Morrie

Mitch Albom ist ein Sportjournalist. Während seines Universitätsstudiums freundete er sich mit seinem Soziologieprofessor, Morrie Schwartz, an. Viele Jahre später sah Mitch ein Interview mit diesem Professor in der Fernsehserie Nightline. In diesem Interview spricht der alte Soziologe über seine schreckliche Krankheit ALS und wie seine Krankheit ihm geholfen hat, den Sinn des Lebens besser zu verstehen. Nach dieser Sendung hielt Mitch den Kontakt zu ihm aufrecht und besuchte ihn jeden Dienstag bis zu seinem Tod im Jahr 1995 im Alter von 78 Jahren.

Das Buch besteht im Wesentlichen aus Morries Gedanken über Leben und Tod. Es ist ein Buch, das niemanden gleichgültig lässt, denn es enthält eine bewundernswerte Lebensphilosophie. Morrie war Jude, teilte aber viele Elemente anderer Religionen, sowohl der christlichen als auch der muslimischen, und auch des Buddhismus. Das Buch ist ohne Sentimentalität geschrieben, obwohl die Thematik dazu einlädt.

Die Meinung der anderen:

„Dienstags bei Morrie“ von Mitch Albom ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und wichtige Lebensweisheiten vermittelt. Die Geschichte von Mitch und Morrie ist herzzerreißend und zugleich ermutigend. Es ist eine Erinnerung daran, dass es im Leben um mehr geht als Erfolg und Status, sondern um Liebe, Freundschaft und achtsames Sein.“

Stefan Zweig, Clarissa: Ein Romanentwurf

Die Werke Stefan Zweigs enttäuschen selten. Neben seinen großen Romanen und Essays stechen seine Novellen hervor, gut konstruierte Kurzgeschichten mit glaubwürdigen Charakteren, in denen der Wiener Autor seine humanistischen Ideen darlegt. Die letzten Jahre seines Lebens und die Enttäuschungen des Ersten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft spiegeln sich in vielen seiner Schriften besonders wider.

Clarissa ist ein sehr bedeutendes Beispiel für diese literarische Produktion. Die Tochter eines Generals der österreichisch-ungarischen Monarchie verbringt ihre Jugend in einem exklusiven Internat, wo sie gerade dadurch auffällt, dass sie überhaupt nicht auffällig ist. Die politischen Ereignisse im Vorfeld des Ersten Weltkriegs veranlassen sie, die Schule zu verlassen und bei einem Arzt und Psychologen zu arbeiten, der einen großen Einfluss auf ihr Leben und ihre Entscheidungen haben wird. Während einer pädagogischen Konferenz in Luzern lernt sie einen französischen Lehrer kennen, mit dem sie ihre erste Romanze erlebt. Noch am Tag des Kriegsausbruchs müssen sie sich trennen.

Viele von Zweigs Kurzgeschichten, so auch diese, konzentrieren sich in ihrer Intensität auf wenige Episoden im Leben ihrer Protagonisten und lassen den Anfang oder das Ende offen. Es ist, als ob der Autor es nicht für nötig hielt, sich auszudehnen, um seine Botschaft zu vermitteln. In dieser Novelle wird der Zusammenprall der humanistischen Ideen einiger Protagonisten mit der zerstörerischen und banalen Realität des Krieges, dessen negativste Aspekte Zweig deutlich hervorhebt. Äußerst empfehlenswert.