Bei der Einordnung dieses Werkes in eine der wenigen definierten Kategorien schwankte ich zwischen Roman und Lyrik. Die fiktive Geschichte erzählt vom Leben der sechs Insassen der Raumstation ISS in der Erdumlaufbahn. Im Laufe von 24 Stunden umkreist das aus verschiedenen Modulen bestehende Raumschiff die Erde 16 Mal, jeweils in 90 Minuten, in einer schrägen Umlaufbahn, die über Meere, Kontinente und Inseln auf- und absteigt. Die Erde wiederum dreht sich in der gleichen Zeit um eine volle Umdrehung, sodass sich die „Landschaft“, die die Insassen betrachten, ständig verändert.
Der Erzähler wechselt zwischen der Beschreibung der von einem starren Zeitplan bestimmten Arbeit der Astronauten und ihren Ruhestunden, ihren kurzen Gesprächen, ihrer Interaktion mit der Erde und ihren Gedanken.
So entsteht eine Collage aus Gedanken, Träumen, Erinnerungen und Zukunftsprojektionen in der einzigartigen Umgebung der Mikrogravitation. Im Laufe eines Jahres erleben die Astronauten Veränderungen ihrer Organe, ihrer Muskeln und ihrer Lebensmuster. Die internationale Gemeinschaft an Bord nimmt einen eigentümlichen Charakter an, dessen sich jeder mehr oder weniger bewusst ist. Jedes Thema – sei es Ökologie, Menschheitsgeschichte, Kosmologie, Politik oder zwischenmenschliche Beziehungen – erhält aus dieser Perspektive eine einzigartige Dimension. Grenzen werden verwischt, Entfernungen verkürzt und Phänomene, wie ein Taifun, der über die asiatischen Inseln fegt, werden auf andere Weise sichtbar.
Ein wunderschönes Buch, das einen buchstäblich in den siebten Himmel transportiert.
Die Meinung der anderen
»Ich wusste nicht, wie sehr mir dieses Buch gefehlt hat, bis ich es gelesen habe. Dieser Roman lässt die schönsten Tränen fließen.« Ruth-Maria Thomas
