Archiv der Kategorie: Familienromane

Stefan Zweig, Brief einer Unbekannten

Wie ich an anderer Stelle in diesem Blog geschrieben habe, versuche ich jedes Jahr ein Buch von Stefan Zweig zu lesen. Oder mehrere. Das ist nicht schwer, denn trotz seines frühen Todes hat dieser produktive Autor ein außergewöhnliches Erbe hinterlassen, das zum großen Teil in andere Sprachen übersetzt wurde. Neben den Hauptwerken, in denen er eine scharfsinnige Vision des unglücklichen Beginns des Jahrhunderts entwirft, sind meine Favoriten die kurzen Romane und Novellen. In ihnen zeigt Zweig eine tiefe Kenntnis der menschlichen Seele, insbesondere der weiblichen. Seine Figuren sind in der Lage, ihren Seelenzustand, ihre Leidenschaften, ihre Sehnsüchte und Ängste mit großer Beredsamkeit auszudrücken, und die Romane haben immer die richtige Länge, unabhängig von der Handlung, die manchmal gar nicht vorhanden ist.

Der Brief einer Unbekannten ist nach Meinung vieler Kritiker eine von Zweigs besten Erzählungen. Auf wenigen Seiten führt er den Leser in das Innere einer Frau, die ihr Leben der Liebe zu einem berühmten Schriftsteller widmet, ohne dass dieser es davon weiß. Das Buch wurde dreimal verfilmt: 1948 von Max Ophüls, 1957 von Tulio Demicheli und 2004 von Xu Jinglei. Hinzu kommen weitere Adaptionen für das Fernsehen. Es ist interessant, die Verfilmungen zu vergleichen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen.

Der Brief einer Unbekannten ist im Wesentlichen das, was der Titel suggeriert. Der Anfang, scheinbar ein literarischer Kunstgriff, kann in die Irre führen. Ein berühmter Schriftsteller kehrt an seinem 41. Geburtstag nach Wien zurück und findet einen 20-seitigen Brief ohne Absender und Unterschrift vor. Darin offenbart ihm eine namenlose, gerade verstorbene Frau die Erinnerungen und Gefühle eines Lebens, das ganz der Liebe zum Schriftsteller gewidmet ist. Dieser kann sich nicht einmal an ihr Gesicht oder ihre Person erinnern. Die Worte der Absenderin und die Gefühle, die sich in jedem ihrer Sätze widerspiegeln, mögen auf den ersten Blick naiv und sentimental erscheinen, sind es aber nicht. Die Haltung, die dem Brief zugrunde liegt und die ihre Verfasserin bis zum Äußersten treibt, ist die einer bedingungslosen Hingabe an den Gegenstand ihrer Liebe, trotz der objektiven Schwierigkeiten, des Unverständnisses ihrer Umgebung und der Gleichgültigkeit – oder besser Ablehnung – ihres Geliebten, dem sie weiterhin alles Gute wünscht. Eine beeindruckende Geschichte.

Was andere dazu meinen:

Ein Liebesbrief erreicht den Romancier und Lebemann R. an seinem einundvierzigsten Geburtstag – die leidenschaftliche Lebensbeichte einer Frau, deren Lebensmittelpunkt er war. Doch sie ist für ihn nur eine belanglose Geliebte unter vielen geblieben, letztlich eine Unbekannte. »Ich klage Dich nicht an, mein Geliebter, nein, ich klage Dich nicht an«, verspricht sie, und doch stellen ihre glühenden Worten das Leben dieses Mannes, der »nur das Leichte, das Spielende, das Gewichtlose« lieben kann und vor Bindungen zurückscheut aus »Angst, in ein Schicksal einzugreifen«, vollständig in Frage. (bücher.de)

Zeruya Shalev, Schmerz

Dieser Roman und seine Autorin haben mich sehr positiv überrascht. Die Hauptfigur, Irisim, ist Direktorin einer Schule mit einem fortschrittlichen und integrativen Bildungsprogramm in Jerusalem. Sie leidet unter starken Schmerzen aufgrund von Verletzungen, die sie vor zehn Jahren bei einem Terroranschlag erlitten hat. Ihr Ehemann Miki und ihre beiden Kinder Alma und Omer, beide in den frühen Zwanzigern, haben in ihrem Leben nach und nach an Bedeutung verloren. Bei einem Besuch in einer Schmerzklinik trifft sie zufällig auf Eitan, ihre Jugendliebe, der sich von ihr getrennt und sie traumatisiert zurückgelassen, als sie beide etwa 18 Jahre alt waren. Irisim denkt ernsthaft darüber nach, ihre Familie zu verlassen und zu Eitan, einem angesehenen Arzt mit zwei Kindern aus zwei gescheiterten Ehen, zurückzukehren, als ein akutes Problem mit ihrer Tochter ihre ganze Aufmerksamkeit erfordert.
Nach einem etwas zähen Beginn konzentriert sich der Roman auf Irisims Innenwelt, auf ihr Jugendtrauma, auf ihre Frustrationen, auf ihren Stolz darüber, es zur geachteten und geliebten Schuldirektorin gebracht zu haben, und auf die Zweifel, die das neue Dilemma in ihr weckt: Soll sie die Gegenwart und ihre Familie aufgeben oder in dem familiären Umfeld bleiben soll, das sie geschaffen hat und von dem so viel abhängt.
Ein ausgezeichneter Roman mit einem hoffnungsvollen Ende, der auch von einem in Europa wenig bekannten Hintergrund erzählt: der israelischen Gesellschaft mit ihren multikulturellen und geopolitischen Besonderheiten.

Was andere dazu meinen:

Vor zehn Jahren ist Iris bei einem Terroranschlag schwer verletzt worden. Zwar ist sie in ihr altes Leben zurückgekehrt, sie leitet eine Schule, ihr Mann steht ihr treu zur Seite, die Kinder sind fast erwachsen, doch quälen sie Tag für Tag Schmerzen. Als sie Eitan wiederbegegnet, der Liebe ihrer Jugend, der sie vor Jahren jäh verlassen hat, wirft sie das völlig aus der Bahn. Die Wunde, die er ihr damals zufügte, ist nicht weniger tief als die, die der Selbstmordattentäter, der sich neben ihr in die Luft sprengte, riss. Und doch fühlt sich Iris, zaghaft, überrascht, erneut zu ihm hingezogen, ist versucht, ihrer Ehe zu entfliehen, die ersten Lügen zu stricken, alles aufs Spiel zu setzen.
Wie in ihrem Weltbestseller »Liebesleben« lotet Zeruya Shalev die Untiefen der Liebe, die Fährnisse einer fatalen Anziehung aus. Die erotische Spannung, die Wucht der unerwartet wieder aufflammenden Leidenschaft sind kompromisslos, ehrlich und tief bewegend erzählt. »Schmerz« ist Zeruya Shalevs persönlichstes Buch, eine emotionale Grenzerfahrung, ein Roman, der bis zur letzten Seite fesselt.

Delphine de Vigan, Die Kinder sind Könige

Delphine de Vigan hat mehrere Bücher über den negativen Einfluss geschrieben, den Eltern durch ihr Verhalten auf ihre Kinder haben können. In diesem Buch will sie auf die Gefahr der Kommerzialisierung der Kinder durch die Eltern aufmerksam machen. Dies gelingt ihr auf ansprechende Weise durch eine Erzählung, die Elemente eines Kriminalromans mit tiefer gehenden Überlegungen zu den Auswirkungen des digitalen Lebens verbindet.

Zwei Frauen werden auf den ersten Seiten vorgestellt. Clara, die Tochter intellektueller, linksorientierter Eltern, beschließt eines Tages, Polizistin zu werden. Sie geht ganz in ihrem Beruf auf und verzichtet dafür auf eine vielversprechende Beziehung. Melanie hat mit wenig Erfolg an einer Reality-Show im Fernsehen teilgenommen und sehnt sich danach, berühmt zu werden. Als ihre beiden Kinder Sam und Kim noch im Vorschulalter sind, beginnt Melanie, mit ihnen Videos zu drehen und diese auf einem YouTube-Kanal zu veröffentlichen. Das vorgetäuschte Leben einer Vorzeigefamilie, in der alle glücklich sind, bringt ihr Millionen von Followern und lukrative Verträge mit Firmen, die ihre Produkte in den Videos sehen wollen. Sie hat Erfolg und bald ist ihr Kanal im ganzen Land bekannt. Alles scheint gut zu laufen, bis eines Tages ihr jüngstes Kind Kim spurlos verschwindet. Die Ermittlungen der Polizei führen Melanie und Clara wieder zusammen.
Die Erzählung endet nicht mit der Aufklärung des Verbrechens, sondern macht einen Zeitsprung von mehr als zehn Jahren, als die Kinder bereits junge Erwachsene sind.

Der Erzählstil von Delphine de Vigan schafft eine gute Balance zwischen der Darstellung der Fakten und einem gelungenen Einblick in die Gedankenwelt und Motivation der Protagonisten. Die Autorin zeigt auch, wie unbedacht Eltern die Entwicklung ihrer Kinder beeinflussen können.

Was andere dazu meinen:

Mélanie war als junges Mädchen ein großer Fan von Formaten wie ›Big Brother‹. Sie hatte stets davon geträumt, gesehen und berühmt zu werden. Jahre später, als Mutter zweier Kinder, ist es ihr gelungen: Sie ist eine erfolgreiche YouTuberin mit Tausenden von Followern. Objekt ihrer Videos und Posts sind ihre Kinder, die auf Schritt und Tritt gefilmt werden. Seit Kurzem kommt ihre kleine Tochter dem Filmen jedoch immer unwilliger nach. Mélanie tut das als eine Laune ab. Denn wie könnte man die unendliche Liebe, die ihnen aus dem Netz entgegenkommt, als Last empfinden? Kurz darauf verschwindet Kimmy nach einem Versteckspiel spurlos. Wie, fragt sich die ermittelnde Polizeibeamtin Clara, soll man einen Verdächtigen ausmachen bei einem Kind, das Tausende Menschen kennen und mehrfach täglich sehen? Schnell begreift sie, dass ihre Methoden der Ermittlung in der virtuellen Welt vollkommen nutzlos sind … (Amazon)

Mélanie war als junges Mädchen ein großer Fan von Formaten wie ›Big Brother‹. Sie hatte stets davon geträumt, gesehen und berühmt zu werden. Jahre später, als Mutter zweier Kinder, ist es ihr gelungen: Sie ist eine erfolgreiche YouTuberin mit Tausenden von Followern. Objekt ihrer Videos und Posts sind ihre Kinder, die auf Schritt und Tritt gefilmt werden. Seit Kurzem kommt ihre kleine Tochter dem Filmen jedoch immer unwilliger nach. Mélanie tut das als eine Laune ab. Denn wie könnte man die unendliche Liebe, die ihnen aus dem Netz entgegenkommt, als Last empfinden? Kurz darauf verschwindet Kimmy nach einem Versteckspiel spurlos. Wie, fragt sich die ermittelnde Polizeibeamtin Clara, soll man einen Verdächtigen ausmachen bei einem Kind, das Tausende Menschen kennen und mehrfach täglich sehen? Schnell begreift sie, dass ihre Methoden der Ermittlung in der virtuellen Welt vollkommen nutzlos sind …
(Dieter Wunderlich)

Ian McEwan, Maschinen wie ich

Ian McEwan behandelt in diesem Buch einige der anthropologischen, ethischen und sozialen Probleme, die im Zusammenhang mit der so genannten künstlichen Intelligenz auftreten können. Er tut dies auf humorvolle Weise.

Charlie Friend, der seinen Lebensunterhalt mit Trading verdient, kauft einen der ersten Prototypen eines Androiden mit dem bezeichnenden Namen Adam. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase nimmt der Android eine unerwartete Rolle im Leben von Charlie und seiner Freundin Miranda ein, die viele Fragen aufwirft.

Was andere dazu meinen:

Charlie ist ein sympathischer Lebenskünstler Anfang 30. Miranda eine clevere Studentin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie seinen >Adam< geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten Androiden. In ihrer Liebesgeschichte gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam. Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prinzipien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte – und verhängnisvolle – Situationen.

Ivan Doig, The Whistling Season (Englisch)

In diesem wunderschönen Buch geht es um das Leben im ländlichen Montana zu Beginn des 20 Jahrhunderts. Paul Milliron erzählt aus der Sicht der 50er Jahre Erinnerungen an seine Kindheit, als er mit seinem verwitweten Vater und zwei Brüdern auf einer Farm lebte. Auf der Suche nach einer Frau für den Haushalt in Zeitungsannoncen findet sein Vater Rose, die schon bald das Leben der Familie und des ganzen Dorfes auf den Kopf stellen wird.

Eine sehr schöne, stille und humoristische Geschichte.

Was andere dazu meinen:

The saga of how a widow from Minneapolis and her brother -soon to become the new teacher in a tiny Montana community in 1909- change lives in unexpected ways has all the charm of old-school storytelling, from Dickens to Laura Ingalls Wilder.

Jean-Paul Didierlaurent, Die Sehnsucht des Vorlesers

Guylan, ein Literaturliebhaber, arbeitet in einer Fabrik zur Vernichtung von ausrangierten Büchern zwecks Recycling des Papiers. Er leidet unsäglich darunter. Es ist streng verboten, Bücher mitzunehmen oder zu retten. Jedes Mal, wenn eine Lieferung vernichtet wird, sucht er ein oder zwei Seiten aus den Büchern heraus, während er die Maschine reinigt. Dann liest er sie in der S-Bahn, mit der er morgens zur Arbeit fährt. Eines Tages findet er im Zug einen USB-Stick, auf dem die Toilettenfrau eines Einkaufszentrums ihr Tagebuch schreibt. Er beschließt, sie zu finden.

Liebevoll beschreibt der Autor die Widersprüche, in denen diese und andere Menschen ihr Leben fristen müssen.

Für mich ist dieser Autor eine der Entdeckungen des Jahres.

Was andere dazu meinen:

Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im 6-Uhr-27-Regionalzug laut ein paar Seiten vor, die er tags zuvor heimlich der Schreddermaschine entrissen hat: sein Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur. Eines Tages findet der schüchterne Maschinenführer im Zug jedoch einen USB-Stick, auf dem das Tagebuch einer ganz besonderen jungen Frau gespeichert ist.

Karen Cleveland, Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland arbeitete einige Jahre als Analystin bei der CIA in der Abteilung für Russland. Während einer Mutterschaftspause schrieb sie ihr erstes Buch, dem einige Jahre später ein weiteres folgte.

Vivian arbeitet in der Russlandabteilung der CIA und lebt mit ihrem Mann Matt und ihren vier Kindern, von denen eines an einem schweren Herzfehler leidet. Bei ihrer Arbeit entdeckt sie, dass ihr Mann nicht der Mensch ist, den sie zu kennen glaubte. Damit beginnt der Konflikt zwischen Familienfrieden und Loyalität gegenüber ihrem Land und ihrem Arbeitgeber. Sehr spannende Erzählung.

Was andere dazu meinen:

Vivian Miller ist Spionageabwehr-Analystin bei der CIA. Mit ihrem Mann Matt, einem IT-Spezialisten, und ihren Kindern lebt sie in einem Vorort von Washington, D.C. Auf diesen Tag hat sie seit zwei Jahren hingearbeitet: Mithilfe eines speziellen Algorithmus will Vivian ein Netzwerk russischer Spione in den USA enttarnen. Ihr gelingt der Zugriff auf den Computer eines russischen Agentenbetreuers. Auf eine Datei mit fünf Fotos – allesamt „Schläfer“, die auf amerikanischem Boden operieren. Doch was sie entdeckt, bringt alles, was ihr wichtig ist, in Gefahr – ihre Familie, ihre Ehe, ihren Job. Ist es den Russen gelungen, sie an ihrer einzigen Schwachstelle zu treffen? Ist Matt nicht nur ein perfekter Mann und ein perfekter Vater. Sondern am Ende auch ein perfekter Lügner?

Hyeon-seo Lee, Schwarze Magnolie

Lee ist Aktivistin und Menschenrechtlerin. Sie erzählt in diesem Buch, wie es ihr gelang, aus Nordkorea zu fliehen, und später auch ihre Familie von dort nach Südkorea zu bringen. Sehr interessante Beschreibung des Terrorregimes der Kim in einem der ärmsten Länder der Welt. 

Was andere dazu meinen:

Hyeon-seo Lee wurde in Nordkorea geboren, jenem Land, aus dem so gut wie keine Nachrichten nach außen dringen. Als sie sieben Jahre alt ist, erlebt sie erstmals eine öffentliche Hinrichtung. Oft sieht sie im Grenzfluss zu China Leichen treiben, Menschen, deren Flucht in ein besseres Leben misslang. Als Teenager schleicht sich Hyeon-seo heimlich über die Grenze nach China, um wenigstens einmal den Fesseln des Kim-Regimes zu entkommen – doch dann ist ihr der Heimweg versperrt. Eine gefährliche Flucht beginnt.
(medimops)

Nickolas Butler, Shotgun Lovesongs

Nickolas Butler, geboren 1979, stammt aus Pensilvania aber hat sein ganzes Leben im Midwest der USA verbracht. Seine Karriere als Schriftsteller begann nach dem Studium der Anglistik in Madison, und nach verschiedenen Jobs in Wisconsin, von Kafferöster bis Hotelmanager. Dieser Roman brachte Butler auf die Bestsellerlisten und ist später verfilmt worden.

Fünf Freunde aus einem kleinen Dorf in Wisconsin kommen wieder zusammen als alle schon die Grenze der 30 Jahre überschritten haben. Sie alle sehnen sich nach der Freundschaft und bedauern, dass das Leben sie voneinander getrennt hat. In mehreren Erzählungen, geschrieben in erster Person, bedauern die fünf Protagonisten ihre Fehler, idealisieren die Jugend und wünschen sich eine ewige Freundschaft, die sie teilweise mit ihrem eigenen Fehlern verhindert haben.

Was andere dazu meinen:

Fünf Freunde aus einer Kleinstadt im Norden der USA. Durchs Schicksal auseinandergetrieben, lebt in allen die Sehnsucht nach der Nähe, die sie einst verband. Ein sentimentaler, kraftvoller Roman, der vielstimmig von den großen Themen Freundschaft, Heimat und Liebe erzählt.
(Amazon)

Little Wing im Norden Wisconsins. Henry und Beth waren schon in der Schule ein Paar und haben ihren Heimatort nie verlassen. Sie kämpfen um ihre Farm und unterstützen ihren Freund Ronny, der nach einem schweren Unfall vom Rodeo-Star zum Alkoholiker wurde. Kip war als Rohstoffmakler in Chicago erfolgreich. Nach seiner Hochzeit will er in seiner alten Heimat neu beginnen, findet dort aber
nur schwer Halt. Lee hat ein Album aufgenommen – »Shotgun Lovesongs« – und wurde damit zu einem international gefeierten Star. Auch ihn zieht es zurück nach Little Wing, zu seinem besten Freund Henry und dessen Frau Beth, mit der ihn mehr als eine Freundschaft verbindet. In einem unvorsichtigen Moment setzt er alles aufs Spiel.
(bücher.de)

Penelope Fitzgerald, Frühlingsanfang

Penelope Fitzgerald, die Autorin von „Die Buchhandlung“, ist eine atypische Erzählerin. Sie stammte aus einer Familie von Intellektuellen und kirchlichen Würdenträgern in England. Sie begann relativ spät zu publizieren, was sie nicht daran hinderte, für einige wichtige Preise nominiert zu werden.

Frank Reid, ein englischer Drucker der in Moskau wohnt, muss sehen, wie seine Frau zuerst ihn und dann auch noch die drei gemeinsamen Kinder verlässt. Frank versucht, die Situation zu meistern, und macht sich Gedanken über die unergründliche Tiefe der menschlichen Seele, mit ihren Wünschen und Absichten. Sehr schönes Buch.

Was andere dazu meinen:

Frühlingsanfang in Moskau, 1913. Nelly Reid, treusorgende Ehefrau und liebevolle Mutter dreier Kinder, verlässt ihren Mann Frank völlig unerwartet und kehrt nach England zurück, die Kinder bleiben bei ihrem Vater. Der sieht sich vor ungewohnte Herausforderungen gestellt: Er muss sich nicht nur um seine Firma kümmern, sondern auch um den Haushalt und den Nachwuchs … Da tritt Lisa Iwanowna in Franks Leben, eine junge, gut aussehende Frau vom Lande. Aber ist sie wirklich so naiv, wie sie scheint? Und welche Rolle spielt Franks Buchhalter, Selwyn Crane, der sich so offensichtlich bemüht, die beiden zusammenzubringen?
»Penelope Fitzgeralds Bücher bieten ein Lesevergnügen der besonderen Art: Ganz unaufgeregt, nachdenklich und wehmütig zeigen sie eine einfache Wahrheit: Das Alltägliche, das Allzumenschliche entwickelt oft famosen Witz.« Der Spiegel