Archiv der Kategorie: Familienromane

Nickolas Butler, Die Herzen der Männer

Nickolas Butler schreibt auch in diesem Buch vom „tiefen“ Amerika, weit von den großen Städten und dem Glamour. Es sind Geschichten von Familien, Freundschaften und harter Arbeit über vielen Jahren.

Nelson und Jonathan sind zwei Freunde und leben im Staat Wisconsin. Die Familie von Nelson hält wenig von ihm, weil er wenig Selbstbewusstsein hat. Die Geschichte erzählt uns von beiden Freunden und von ihrer Umgebung über viele Jahre. Ein deutscher Kritiker schrieb dazu: Nickolas Butler hat eine sehr warme Art, seine Geschichte zu erzählen… Wie ein alter Countrysong.

Was andere dazu meinen:

Über eine Zeitspanne von drei Generationen und ebenso vielen Kriegen erkundet dieser Roman die Herzen der Männer: ihre Schwächen und Geheimnisse, ihre Bedürfnisse und Werte. Damit legt Nickolas Butler nach »Shotgun Lovesongs« ein vielschichtiges und sensibles Epos über die Verletzungen, die Männer einander und anderen zufügen, vor.  

In den Augen seines Vaters ist Nelson eine Enttäuschung. Wer will schon ein Kind, das weder Freunde noch Selbstbewusstsein besitzt? Je intensiver der verunsicherte Junge sich nach Zuwendung sehnt, desto stärker sondert sich der Vater ab, bis er irgendwann ganz aus dem Leben seines Sohnes verschwindet. Doch in einem Punkt hat er sich getäuscht. Nelson ist nicht allein. Jonathan, sein bester Freund aus dem Pfadfinderlager, ist das genaue Gegenteil von Nelson: bei allen beliebt, pragmatisch und mit einer unverwüstlichen Leichtigkeit ausgestattet. Was aber treibt jemanden wie Jonathan dazu, sich mit einem Außenseiter anzufreunden? Und stand Jonathan wirklich immer so rückhaltlos zu ihm? Das Leben im rauhen Wisconsin verlangt Nelson, Jonathan und dessen Familie Prüfungen ab, die Freundschaft und Loyalität auf eine harte Probe stellen.

Raquel J. Palacio, Wunder

Dieses Buch von einer amerikanischen Schriftstellerin erzählt die späte Einschulung von Augustus (Auggie), ein Kind das am Treacher Collins-Syndrom erkrankt ist. Diese Krankheit verursacht schlimme Entstellungen im Gesicht von Menschen die, ansonsten, ein relativ normales Leben führen können. Mit 10 Jahren kommt Auggie zum ersten Mal in eine normale Schule, erstmal als Probe. Die Aufnahme durch seine Mitschüler und deren Familien fällt sehr unterschiedlich und nicht immer positiv aus.

Palacio schreibt das Buch aus der Perspektive von verschiedenen Personen, darunter die Eltern, die Schwester und die Freunde von Auggie. Sehr schönes Buch, auch wenn man deutlich merkt, dass es Fiktion und keine wahre Geschichte ist.

Was andere dazu meinen:

August ist anders. Dennoch wünscht er sich, wie alle Jungen in seinem Alter, kein Außenseiter zu sein. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Er weiß, dass die meisten Kinder nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Am liebsten würde er gar nicht auffallen. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist – wie August.

Julian Barnes, Lebensstufen

Julian Barnes, geboren 1946, ist ein britischer Schriftsteller, der den Bookerpreis 2011 gewann für ein anderes Buch, das auch in dieser Sammlung enthalten ist, Vom Ende einer Geschichte. Nach der Meinung eines Kritikers, ist Julian Barnes der britische Schriftsteller, der „am französischsten“ schreibt. Er meinte es als Lob.

Dieses Buch hat drei Teile, die erst im Kopf des Lesers zu einer Einheit kommen. Im ersten Teil wird über die ersten Jahre der Ballonfahrt und der Fotografie berichtet. Der zweite Abschnitt handelt von den Versuchen von Colonel Fred Burnaby, die eigenwillige und extravagante Schauspielerin Sarah Bernhardt zu erobern. Und im dritten Teil, mit Einbeziehung der Vorerzählungen, lesen wir über Julian Barnes‘ eigene Trauer über den Tod seiner Frau. Ein wunderbares Buch über das Wagnis, zu leben und zu lieben.

Was andere dazu meinen:

»Ein außergewöhnlich intimes und ehrliches Buch über Liebe und Trauer« The Times

Julian Barnes‘ neues Buch handelt von Ballonfahrt, Fotografie, Liebe und Trauer. Davon, dass man zwei Menschen oder zwei Dinge verbindet und sie wieder auseinanderreißt. Einer der Juroren für den Man Booker Prize nannte Julian Barnes einen »beispiellosen Zauberer des Herzens«. Das vorliegende Buch bestätigt dies. Julian Barnes schreibt über die menschliche Existenz – auf der Erde und in der Luft. Wir lernen Nadar kennen, Pionier der Ballonfahrt und einer der ersten Fotografen, die Luftaufnahmen machten, sowie Colonel Fred Burnaby, der zum eigenwilligen Bewunderer der extravaganten Schauspielerin Sarah Bernhardt wird. Und wir lesen über Julian Barnes‘ eigene Trauer über den Tod seiner Frau – schonungslos offen, präzise und tief berührend. Ein Buch über das Wagnis zu lieben.

»Eines der besten, bewegendsten Bücher, die es gibt« Evening Standard

»Es ist außergewöhnlich, auf einer Seite auszudrücken, was Leben heißt.« The Guardian

»Jeder, der einen geliebten Menschen verloren hat und leidet, oder jeder, der leidet, sollte es lesen. Und noch mal lesen. Und noch mal.« Independent

Giacomo Mazzariol, Mein Bruder der Superheld

Der Autor, Giacomo Mazzariol, war 20 Jahre alt als er dieses Buch schrieb. Einige Jahre früher, als er 4 war, teilten seine Eltern ihm und seiner älteren Schwester mit, dass sie einen weiteren Bruder bekommen würden. Einige Zeit danach, eröffneten sie ihnen, dass ihr neuer Bruder etwas „besonders“ sei. Mit der Zeit lernte Giacomo, was das Down-Syndrom bedeutet und musste seinen eigenen Weg im Leben und im Umgang mit seinem „besonderen“ Bruder erstmal lernen. Dass nicht alles immer leicht sein würde, und dass er einmal eindeutig Farbe bekennen sollte, hat er später gelernt.

Sehr schönes Buch, voller Menschlichkeit und viel Humor. Kann ich nur empfehlen.

Was andere dazu meinen:

Dies ist die Geschichte von Giovanni. Giovanni ist 13 Jahre alt, steht auf Dinosaurier und hat das ansteckendste Lachen der Welt. Giovanni bringt seinen Schwestern jeden Tag eine Blume aus dem Garten und fängt mitten in der Stadt an zu tanzen. Giovanni hat das Down-Syndrom. Für seinen Bruder Giacomo ist er ein Superheld. Doch das war nicht immer so. Und deshalb ist dies auch die Geschichte von Giacomo, der sich in diesem Buch ehrlich und offen seiner eigenen Scham und Angst vor dem Anderssein stellt. Gleichzeitig erzählt er mit viel Humor und Leichtigkeit von Giovannis ganz eigenem Blick auf die Welt und der besonderen Beziehung zwischen den Brüdern, die zwei ganz unterschiedliche Menschen und doch ein starkes Team sind.

Haruki Murakami, Blinde Weiche, schlafende Frau

Haruki Murakami ist vermutlich einer der Schriftsteller, die am häufigsten als Kandidat auf den Literatur-Nobelpreis erwähnt worden sind. Er selber hat geschrieben, dass er keinen Wert auf Preise legt. Seine Werke sind in vielen Sprachen in sehr hohen Auflagen verkauft worden, und jede Neuerscheinung wird von vielen Lesern verfolgt. Seine Bücher sind nicht immer leicht zu lesen, haben oft kein eindeutiges Ende und bewegen sich teilweise in seltsamen Welten. Einige Ausnahmen sind sein Buch über den Attentat in der U-Bahn von Tokyo, Underground, und seine Bücher über das Laufen und über das Schreiben Wovon ich rede, wenn ich von laufen rede.

Dieses Buch enthält eine Sammlung von Kurzerzählungen, die einen Einblick in die Welt und die Schreibweise dieses Autors gibt.

Was andere dazu meinen:

Neues aus der Feder des großen japanischen Erzählers: Zwei verliebte Teenager betrachten im Zoo ein junges Känguruh und entdecken in dessen Jugend sich selbst. Auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch streitet ein Mann mit dem Türhüter über das Passwort. Ein Nachtwächter entwickelt nach der Begegnung mit einem Geist Scheu vor Spiegeln. Diese und viele weitere zauberhafte Geschichten entführen den Leser in eine Welt voller Wunder und Absurditäten, eine Welt, die niemand kennt und die dennoch seltsam vertraut erscheint.
(Amazon)

In seinen Erzählungen entfaltet sich Haruki Murakamis ganze Zauberkraft: Zwei verliebte Teenager betrachten im Zoo ein junges Känguru und entdecken in dessen Jugend sich selbst. Auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch streitet ein Mann mit dem Türhüter über das Passwort. Ein Rollstuhlfahrer verwickelt einen Touristen in die verstörende Auseinandersetzung über Messer und die geheime Mechanik von Familien. Ein Nachtwächter entwickelt nach der Begegnung mit einem Geist Scheu vor Spiegeln. Die Geschichten von Haruki Murakami sind erfüllt von Wundern und Absurditäten, die nach dem Lesen nicht mehr aus dem Kopf verschwinden. Zwischen Geschichtenerzählern, Ehebrechern und menschenfressenden Katzen eröffnen sich verborgene Welten.

Haruki Murakami, Kafka-Preisträger 2006, gewinnt aus scheinbar unbedeutenden, alltäglichen Winzigkeiten – geschmolzene Pralinen, ein Zootier, ein Ohrwurmwort – Einblicke in fremde Universen, die niemand kennt und die dennoch seltsam vertraut erscheinen. Wer Haruki Murakamis Storys liest, gleitet in rätselhafte, melancholische Träume, aus denen er verändert erwacht.
(medimops)

Susanna Tamaro, Antworte mir

Susanna Tamaro har längst bewiesen, dass sie Romane und Essays schreiben kann. In diesem Buch und im thematisch verwandten Buch Draußen zeigt sie, dass sie auch in der Lage ist, Kurzgeschichten um einem zentralen Thema zu schreiben.

Antworte mir enthält drei Erzählungen, die thematisch und narrativ ganz weit Weg vom vermutlich romantisch/süßen Ton der bekannten Bestseller der Italienerin. Ich würde sogar sagen, dass in diesem Buch die wahre Tamaro zum Vorschein kommt. Es sind drei Geschichten, die die Präsenz des Bösen in der Welt belegen und die damit verbundenen inneren Prozessen in den Menschen.

Harte Literatur, aber immer mit einem Funken Hoffnung.

Was andere dazu meinen:

Drei Menschen auf der Suche nach Liebe, nach Treue, nach Geborgenheit – nach dem Sinn des Lebens. Drei Gleichnisse, in denen Susanna Tamaro mit großem Einfühlungsvermögen sich die Frage aller Fragen stellt: Was ist Liebe? Antworte mir! Da ist zum Beispiel Rosa, die früh ihre Mutter verliert. Ohne zu ahnen, dass diese eine Hure war, bleibt ihr die wärmende Liebe in Erinnerung. Als sie später selbst schwanger wird, spürt sie, dass sie endlich ihr Leben selbst in die Hand nehmen muss. – Ein Mann stirbt im Schlaf. Seine Frau durchlebt noch einmal ihre Ehe, den Verlust der Kinder und entdeckt einen neuen Sinn in ihrem Leben. Auch der Forstarbeiter Saverio erkennt seinen wahren Lebensweg erst, nachdem er seine Frau und seine Tochter verloren hat. – Ohne Angst vor Sentimentalität erzählt Susanna Tamaro von Menschen, die durch dunkle Lebensphasen den Weg in die innere Freiheit finden.
(LovelyBooks)

Harper Lee, Geh und stell einen Wachmann

Als dieses Buch vor wenigen Jahren erschien, wurde es als vermutlich ursprüngliche Fassung des Bestsellers von Harper Lee „Wer die Nachtigal stört“ vorgestellt. Die erfolgreiche Erzählung, auf die der Film basiert, soll in Zusammenarbeit mit Truman Capote entstanden sein. Ob das tatsächlich so ist, lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen.

Im Buch tauchen die Bekannten Figuren, wie Jean-Louise Finch und ihr Vater Atticus auf, und die kleine Stand Maycomb in den Süden der USA. Das Thema ist der Rassismus in einer Gesellschaft, die teilweise noch in einer Tradition lebt, die mehrere Hundert Jahre alt Geltung hatte. Die Konfrontation zwischen Jean-Louise, die inzwischen emanzipiert und aufgeklärt in New York lebt und ihrem Vater, der die Strukturen seines Ortes gut kennt, scheint unvermeidlich zu sein. Das Buch ist nicht so „rund“ wie die bekannte Fassung der amerikanischen Journalistin, aber empfehlenswert für alle, die Buch oder Film kennen.

Was andere dazu meinen:

»Ein psychologisches Meisterwerk über Rassentrennung, Zivilcourage und über das Erwachsenwerden« (Der Sonntag) – heute aktueller denn je.

Jedes Jahr reist Jean-Louise Finch aus dem mondänen, aufgeklärten New York zurück in ihre Heimatstadt Maycomb im Süden der USA, um den Sommer bei ihrer Familie zu verbringen. Doch diesmal ist etwas anders als sonst: In dem beschaulichen Städtchen breiten sich Rassenunruhen aus, und Jean-Louise wird fassungslos Zeugin, wie ihr Vater Atticus in der ersten Reihe steht. Die bewegende Geschichte einer Tochter, die sich von ihrem geliebten Vater emanzipieren muss, um zu sich selbst zu finden; ein Zeitdokument tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und ein literarischer Fund, der seinesgleichen sucht – und viel zum Verständnis der heutigen USA beiträgt.
(medimops) 

J. D. Salinger, Der Fänger im Roggen

Dieses Buch aus dem Jahr 1950 ist ein echtes Kultbuch in den USA und Pflichtlektüre in vielen Schulen. Der Autor wurde durch verschiedene Kurzgeschichten und, vor allem, durch dieses Buch bekannt, das in Millionenauflagen in der ganzen Welt verkauft wurde. Mit der Zeit haben sich zahlreiche Mythen um den Autor und um sein Buch gebildet. Das zurückgezogene Leben Salingers hat sicherlich dazu beigetragen. Dass der Mörder von Jon Lennon dieses Buch immer bei sich trug, und sich mit dem Protagonisten identifizierte, war sicherlich auch ein Grund für die Popularität des Werkes.

Der 17-jährige Holden Caulfield erzählt im Rückblick drei Tage seines Lebens und bringt darin Aspekte seiner Lebensanschauung zum Ausdruck. Der American Way of Life, die Suche nach Authentizität und der innere Wandel zum Erwachsenen sind drei häufig zitierten Hauptanliegen des Autors.   

Was andere dazu meinen:

Der Fänger im Roggen“ war J. D. Salingers erster Roman, mit dem er weltweit berühmt wurde. Holden Caulfield ist eine Kultfigur der amerikanischen Literatur. Er ist sechzehn Jahre alt und irrt durch New York, traurig, krank, verwirrt. Generationen von Lesern haben sich in ihm wiedererkannt, in seinen Träumen und Hoffnungen, in seinen Ängsten und Schwierigkeiten, erwachsen zu werden. Frech und witzig, traurig und provozierend, ehrlich. 1954 erschien im Züricher Diana Verlag der von Irene Mühlon übersetzte Roman Der Mann im Roggen von J. D. Salinger. Ein Schweizer Kritiker entdeckte, dass der Text verfälscht war; »unanständige« Stellen waren getilgt, Flüche verkürzt, durch Auslassungspünktchen ersetzt oder weggelassen. Man befand sich in den 50er Jahren … Der Diana Verlag verlor die Rechte, die Kiepenheuer & Witsch 1960 erwarb. Heinrich Böll überarbeitete und ergänzte die Schweizer Übersetzung. Unter dem Titel Der Fänger im Roggen, der sich auf ein Gedicht von Robert Burns bezieht, erschien 1962 die deutsche Ausgabe. Es begann der unglaubliche Erfolg dieses Romans. Die Übersetzung Eike Schönfelds zeigt die stilistischen Qualitäten des Romans in neuem Glanz, die raffinierte Sprache, die Kaskaden der Flüche, hinter denen Holden seine Verletzlichkeit verbirgt.

Parinoush Saniee, Was mir zusteht

Die Autorin dieses Buches kommt aus Iran und arbeitet dort als Journalistin und Soziologin. Sie wuchs in einer Akademikerfamilie auf und studierte Psychologie an der Universität in Teheran. Kurz vor Erlangung des Doktorats begannen die Unruhen, die zur Revolution führten. Nach einem längeren Aufenthalt in den USA kehrte sie einige Jahre später nach Teheran.

In diesem Buch erzählt sie das Leben einer ganzen Generation von Frauen, die die Revolution und die Umwandlung von Persien in einen islamisierten Staat erlebten, und die darum kämpften, ihre Rechte auf Erziehung und Selbstbestimmung geltend zu machen.

Was andere dazu meinen:

Eine Frau zwischen Unterwerfung und Aufbegehren – der immer wieder unterdrückte Bestseller aus dem Iran.

Bevor Was mir zusteht erscheinen konnte, lag das Manuskript monatelang bei den iranischen Zensurbehörden. Die Veröffentlichung 2003 schien ein Anzeichen politischer Liberalisierung. Der Roman wurde ein Bestseller. Doch immer wieder wurde versucht, den Nachdruck zu verhindern. 2010 fand das Buch seinen Weg in den Westen, gewann in Italien den „Premio Boccaccio“ und erscheint nun weltweit als ein literarisches Zeugnis aus einem Land, das unser Interesse verdient.

Masumeh wird in eine traditionelle persische Familie hineingeboren. Drei Brüder lassen der einzigen Tochter kaum Raum zur Entfaltung. Doch an Klugheit ist sie ihnen weit überlegen. Zielstrebig erkämpft sie sich eine Schulausbildung. Als sie sich in Said verliebt und der harmlose Flirt von ihren Brüdern als „intime“ Begegnung denunziert wird, gerät sie in Lebensgefahr. Sie wird mit Hamid zwangsverheiratet. Doch ihr Mann erweist sich als erstaunlich modern – er führt ein Doppelleben und arbeitet im Widerstand gegen das Schah-Regime. Nach seiner Verhaftung zieht Masumeh ihre Kinder alleine groß. Jahre später muss sie erleben, wie einer ihrer Söhne ein glühender Khomeini-Anhänger wird, während ein anderer ins Exil geht. Der Bruch, der die iranische Gesellschaft spaltet, zieht sich auch durch ihre Familie.

Susanna Tamaro, Erhöre mein Flehen

Dieses Buch ist die Fortsetzung des Bestsellers von Susanna Tamaro Geh wohin dein Herz dich trägt. Es erzählt die Geschichte von Marta und ihrer Oma Olga viele Jahre nach den Geschehnissen des ersten Buches der Italienerin. Marta ist erwachsen geworden, die Großmutter lebt in einer eigenen Welt und stirbt. Zeit für eine Aussöhnung gab es nicht, wohl aber für eine Verinnerlichung der Beziehung.

Tamaro schreibt mit der von ihr gewohnten Empfindsamkeit über die Gedanken der rebellischen Enkelin.

Was andere dazu meinen:

Liebe, Lebenslügen und die Suche nach der eigenen Identität – die gefühlvolle Fortsetzung des Welterfolgs „Geh wohin dein Herz dich trägt“

Mit ihrem neuesten Roman kehrt Susanna Tamaro zu den Figuren von „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ zurück: Nach Jahren der Trennung kommt Marta, Olgas rebellische Enkelin, aus Amerika heim. Doch für eine Aussöhnung ist es zu spät. Olga ist alt geworden, und sie lebt immer mehr in ihrer eigenen Welt. Als sie eines Tages im Garten zusammenbricht und stirbt, muss sich Marta der Vergangenheit stellen. Sie beginnt, ihrer eigenen Herkunft nachzuspüren und erkennt dabei, wo ihre wahren Wurzeln liegen.