Archiv der Kategorie: Historische Romane

Shüsaku Endo, Schweigen

Dieses beeindruckende Buch erzählt die Geschichte eines Jesuiten, der nach den ersten Verfolgungen und dem Verbot des Christentums in Japan versucht, in das Land einzudringen und Kontakt zu den dort im Untergrund lebenden Katholiken aufzunehmen. Dabei taucht er ein in eine ungeahnte Welt wo ihm Glaube und Hass, Tapferkeit und Feigheit, Naivität und Altklugheit begegnen. Immer wieder fragt er sich, wie kann es sein, dass Gott ihn scheinbar in seiner Unentschlossenheit verlassen hat.

Im Unterschied zum Film von Scorsese, der auf diesem Buch basiert, geht die Erzählung Endos sehr tief in die Seele des Protagonisten ein und formuliert die entscheidenden Fragen, die die zugegebenermaßen eindrucksvollen Bilder des Regisseurs nicht formulieren können.

Was andere dazu meinen:

Schweigen ist der wichtigste Roman des gefeierten japanischen Autors Shusaku Endo. Er verursachte nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1966 eine große Kontroverse in Japan. Shusaku Endo, ein japanischer Katholik, erzählt die Geschichte zweier portugiesischer Missionare, die im siebzehnten Jahrhundert in Japan versuchen, die dortige unterdrückte christliche Bewegung zu unterstützen.
1638 bricht Pater Sebastião Rodrigues nach Japan auf, um der Wahrheit hinter den undenkbaren Gerüchten, dass sein berühmter Lehrer Ferreira seinem Glauben abgeschworen habe, nachzugehen. Nach seiner Ankunft erlebt er die brutale und unmenschliche Verfolgung der Christen. Angesichts der Ereignisse in einer Gesellschaft, die keine Toleranz kennt und in der der Tod an der Tagesordung ist, stellt der Autor die immerwährende Frage: Wie kann Gott zu all dem schweigen?
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Fred Vargas, Fliehe weit und schnell

Dieser Krimi von der französischen Schriftstellerin Fred Vargas zeigt uns wieder die menschliche Seite der Arbeit der Kriminalpolizei. Und bringt uns in Erinnerung eine Krankheit, die über Jahrhunderte die Menschheit bestrafft und die Gesellschaft als Bedrohung beeinflusst hat: die Pest.

Wie es in der Arbeit des Kommissars Adamsberg und seiner Mitarbeiter üblich, nicht die Lösung des Rätsels steht im Vordergrund, sondern der Umgang aller Beteiligten damit.

Was andere dazu meinen:

Die Pest in Paris! Das Gerücht hält die Stadt in Atem, seit auf immer mehr Wohnungstüren über Nacht eine seitenverkehrte 4 erscheint und morgens ein Toter auf der Straße liegt – schwarz. Kommissar Adamsberg sitzt in einer kleinen Brasserie in Montparnasse. Im Kopf hat er eine rätselhafte lateinische Formel, die auf jenen Türen stand – und vor sich, am Metroausgang, einen bretonischen Seemann, der anonyme Annoncen verliest. Auch lateinische darunter. Aber wo ist der Zusammenhang zwischen den immer zahlreicheren Toten in der Stadt und den sympathischen kleinen Leuten, die dem Bretonen so gebannt zuhören? Plötzlich hat Adamsberg, der Mann mit der unkontrollierten Phantasie, eine Vision.

Ein meisterhafter Roman voll düsterer Spannung, leiser Poesie und Vargas‘ unnachahmlich schrägen Dialogen. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis 2004, dem Preis der französischen Buchhändler und dem der Leserinnen von „Elle“.

„Mörderisch menschlich, mörderisch gut.“ Frankfurter Rundschau

Ian McEwan, Abbitte

Ian McEwan, geboren 1948 in England, behandelt in seinen Romanen Schlüsselthemen des menschlichen Lebens. Hier geht es um Schuld und Sühne, um Hass und um Verzeihung, mit dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Es gibt nicht viele aktuellen Romane, die so realistisch das Gefühl der Schuld und, als Reaktion, die Sehnsucht nach Sühne praktisch beschreiben wie Abbitte.

Briony ist ein junges Mädchen, voller Phantasie, das im Landhaus ihrer Eltern zusammen mit ihrer Schwester Cecilia lebt. Beim Besuch ihres Bruders, der zusammen mit einem Freund sich im Haus aufhält, wird sie Zeugin des Beginns einer Beziehung ihrer Schwester mit Robbie, einem Diener. Als eine Cousine von Briony in der Nacht vergewaltigt wird, redet sie sich ein, der Täter sei Robbie gewesen und beschuldigt ihn. Dadurch kommt Robbie ins Gefängnis und später als Freiwilliger in den Krieg.

Das Mädchen versucht später, das Unrecht wiedergutzumachen, aber es gelingt ihr nicht. In zwei anderen Teilen des Buches erleben wir die Fortführung und das Auseinanderbrechen der Familie, sowie ein letztes Kapitel, das neues Licht über die Geschehnisse und über die Gedanken der dann schon alten und kranken Briony.

Hervorragende Erzählung dieses Autors.

Was andere dazu meinen:

Ein kleines Mädchen beobachtet ihre ältere Schwester, die mit dem Sohn der Putzfrau am Brunnen im Garten steht. Briony kann nicht hören, was Cecilia und Robbie miteinander sprechen. Sie sieht nur, dass ihre Schwester sich plötzlich ihrer Kleidung entledigt und nackt in den Brunnen steigt, während Robbie fasziniert zusieht. Cecilia entsteigt dem Brunnen kurz darauf wieder, streift Bluse und Rock über und geht davon. Robbie entfernt sich in die andere Richtung. Alles, was von der Szene am Pool bleibt, ist eine Wasserpfütze vor dem Brunnen, die in der drückenden Sommerhitze des Jahres 1935 verdunstet. Briony bleibt am Fenster stehen, bis die Pfütze verschwunden ist und kann bald nicht mehr sagen, ob die Szene, die sie beobachtet hat, wirklich passiert ist. Trotz ihrer überbordenden Phantasie – Briony will Schriftstellerin werden und malt sich ständig Geschichten aus – kann sie sich nicht vorstellen, was zwischen Cecilia und Robbie vorgehen mag und was das unerhörte Verhalten Cecilias rechtfertigt. Am Abend diesen heißen Tages gibt Robbie Briony einen Brief für Cecilia. Brionys Phantasie geht mit ihr durch, als sie den Brief heimlich gelesen hat und entsetzt ist über dessen anstößigen Inhalt, den Briony kaum versteht. Briony beschließt, ihre Schwester vor dem Monster Robbie zu beschützen. Der Tag wird für Robbie kein gutes Ende nehmen: Lola, Brionys Cousine, wird im Park des Hauses überfallen und vergewaltigt. Briony sieht den Täter in die Dunkelheit des Waldes fliehen, die Polizei wird gerufen und Briony identifiziert Robbie als den Täter. Die Schreie von Robbies Mutter, als Robbie von der Polizei abgeführt wird, werden jahrelang in Brionys Kopf widerhallen: “ ,Lügner! Lügner!‘ “ rief Grace Turner immer wieder, rannte verzweifelt dem entschwindenden Wagen hinterher, blieb einige Schritte später stehen, die Hände in die Hüften gestemmt, und sah ihm nach, wie er über die erste Brücke fuhr, dann über die zweite und schließlich im Weiß verschwand.“

Ian McEwan thematisiert in seinem Roman „Abbitte“ die Konsequenzen, die Brionys Anschuldigung nicht nur für Cecilia und Robbie, sondern auch für Briony und den Rest der Familie hat. Robbie wird der Vergewaltigung Lolas für schuldig befunden, kommt ins Gefängnis, und sein Wunsch, Medizin zu studieren, rückt in unerreichbare Ferne. Cecilia glaubt Robbies Unschuldsbeteuerungen, sagt sich von ihrer Familie los und wird trotz ihres abgeschlossenen Studiums in Cambridge Krankenschwester in London. Briony träumt weiter ihren extravaganten Traum vom Dasein als Schriftstellerin und kämpft die eigenen Zweifel an ihrer Aussage in den nächsten Jahren verbissen nieder. Das gutbürgerliche Leben, das alle drei vor sich ausgebreitet sahen, wird zur Unmöglichkeit.

Ian McEwan hat seinen Roman dreigeteilt; der erste Teil erzählt in ausufernder, detailgenauer Prosa die Ereignisse jenes schicksalhaften Tages, an dem Briony Robbie der Vergewaltigung beschuldigt; der zweite Teil spielt Jahre später, als Robbie, inzwischen Soldat der britischen Armee, sich durch die Hölle von Dunkirk kämpft und stets Cecilias Briefe vor Augen und ihre Stimme im Kopf hat – „Komm zurück“ -, während Briony sich als Lernschwester in einem Londoner Krankenhaus verpflichtet; der dritte Teil spielt in der Gegenwart, in der Briony sich als alternde Schriftstellerin mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt. McEwan leistet sich vier Erzählperspektiven – die des Kindes Briony, die des Soldaten Robbie, die der jungen und schließlich die der alten Briony – und verbindet jede Perspektive souverän mit den anderen. Jede Perspektive ist geprägt von einem eigenen Schreibstil; der erste Teil, erzählt aus der Perspektive des Kindes Briony, das zuckersüß-romantische kleine Theaterstücke schreibt, ist von dem Stil einer Jane Austen geprägt, der im zweiten Teil einer harten, knappen Prosa Platz macht, die sachlich die Schrecken des Krieges beschreibt, während der letzte Teil abgeklärt und altersweise daherkommt. McEwan versteht es, jedem Erzähler eine eigene Stimme zu geben, ohne dem Roman als Ganzem seinen Erzählfluss zu nehmen. Über die Jahre hinweg begreift Briony langsam, dass ihre Zweifel an der Identität des Täters, die sie insgeheim immer gehegt hatte, und ihre Schuldgefühle Robbie und Cecilia gegenüber nicht wie die Wasserpfütze vor dem Brunnen in der Gluthitze verdunsten werden, sondern sich vielmehr wie ein hauchdünner, fast unsichtbarer Bruch durch ihr Leben ziehen – ganz wie bei der wertvollen Vase, von der Robbie und Cecilia am Brunnen ein Stück abbrechen und ins Wasser fallen lassen. Cecilia steigt in den Brunnen, um das Stück herauszufischen und klebt die Vase, ohne dass jemand den Schaden bemerkt. Erst Jahre später zerbricht die Vase auf eine für die Haushälterin der Familie Tallis unerklärliche Weise in tausend Scherben.
(Literaturkritik.de)

Irène Némirowski, Feuer im Herbst

Irène Némirovsky wuchs als Tochter eines jüdischen Bankiers in Kiew auf. Im Laufe der russischen Revolution musste die Familie nach Paris auswandern. Die Autorin erlangt relativ früh Ruhm durch ihre Erzählungen, insbesondere die Suite française. Als die deutschen Truppen Frankreich besetzten, wurde sie verhaftet und nach Ausschwitz deportiert, wo sie in Folge einer schweren Krankheit 1942 verstarb.

Feuer im Herbst erzählt eine Liebesgeschichte nach dem Großen Krieg in Europa, umgeben von der Korruption, dem Opportunismus und der Perspektivenlosigkeit dieser schwierigen Zeit in Frankreich.

Was andere dazu meinen:

Wie durch ein Brennglas folgt der Blick Irène Némirovskys den Liebenden Thérèse und Bernard durch die kriegsversehrte Welt des 20. Jahrhunderts. Mit ihrem Roman „Feuer im Herbst“ erweist sich die Autorin erneut als unbestechliche Beobachterin einer Hölle, die den Menschen ihre Gefühle raubt und ihre Wurzeln durchtrennt. Allein die Liebe hat eine Chance, die Verlorenen zu retten.
Noch liegt malvenfarbene Luft über Paris, noch flanieren die Kleinbürger sonntags über die Champs-Elysées und genießen ihr kleines Glück. Martial wird bald Arzt sein und seine Cousine Thérèse heiraten. Die Zukunft ist geordnet. Doch ein Frösteln, eine zittrige Erregung erfasst die Menschen. Ein Wort aus ferner Zeit taucht auf und weckt Heldenträume in jungen, abenteuerlustigen Männern – Krieg. Das Grauen zerstört schnell alle Illusionen. Thérèse wird Witwe, und von der Front kehren gebrochene Männer heim. So auch Bernard, Thérèses Kamerad aus Kindertagen. Mit wildem Lebenshunger will er die Kriegsgräuel vergessen machen, will Wiedergutmachung für das Erlittene. Er will Frauen, Geld, rauschhaften Genuss. Thérèse verliebt sich in Bernard. Als er abzustürzen droht, fängt sie ihn auf. Sie ahnt nicht, welchen Preis sie für ihren Traum bezahlen muss.
(Medimops)

Ian McEwan, Die Kakerlake

Was hat Kafka mit dem Brexit zu tun? Ian McEwan entfaltet in dieser kurzen Fabel seine ganze Ironie und seinen englischen Humor. Der Protagonist der Erzählung heißt Jim Sams, eine deutliche Anspielung auf Gregor Samsa, der als Kakerlake aufgewachter Staatsbeamter von der Verwandlung von Kafka. McEwan beschreibt den umgekehrten Prozess: eine Kakerlake wacht als britischer Premierminister auf und unternimmt im Alleingang einen Kreuzzug gegen jede politische Vernunft.

Die Anspielungen auf Boris Johnson und auf den Brexit sind so evident, dass man sich bei der Lektüre voll und ganz auf den englischen Humor und auf die sarkastischen Einfälle von McEwan verlassen kann. Köstlich.

Was andere dazu denken:

Jim Sams hat eine Verwandlung durchgemacht. In seinem früheren Leben wurde er entweder ignoriert oder gehasst, doch jetzt ist er auf einmal der mächtigste Mann Großbritanniens – und seine Mission ist es, den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen. Er ist wild entschlossen, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen: weder von der Opposition noch von den Abweichlern in seiner eigenen Partei. Und noch nicht mal von den Regeln der parlamentarischen Demokratie. Ian McEwan verneigt sich vor Kafka, um eine Welt zu beschreiben, die Kopf steht.
(Medimops)

Pierre Lemaitre, Wir sehen uns dort oben

Pierre Lemaitre hat eine Trilogie über die Zeit zwischen beiden Weltkriegen in Frankreich geschrieben. Dieses Buch ist das erste von den drei Büchern und erzählt die Geschichte von zwei Überlebenden des Krieges, die beschließen, sich dem Dienst an das Vaterland nachträglich bezahlen zu lassen.

Albert und Édouard verbringen die letzten Tage des Krieges unter einem adligen Offizier Namens Pradelle, der seinen eigenen Vorteil sucht. Diese Haltung kostet den beiden Soldaten fast das Leben bzw. eine schlimme Entstellung des Gesichts. Als der Krieg zu Ende ist, suchen die beiden Überlebenden nach einer Möglichkeit, im korrupten Staat zu überleben.

Obwohl die beschriebenen Taten hart und teilweise brutal sind, behält Lemaitre einen gewissen Humor, sowohl in der Art, zu schreiben, als im Skurrilen Argument des Buches.

Was andere dazu meinen:

1919. Der Albtraum des Ersten Weltkriegs ist endlich vorbei, und das geschundene Frankreich versucht krampfhaft, in die Normalität zurückzufinden. Dabei sind die zahlreichen Soldaten, die nun von den Schlachtfeldern heimkehren, oft eher hinderlich. Das erfahren auch Albert und Édouard, der eine schwer traumatisiert, der andere entsetzlich entstellt. Also schmieden sie einen verwegenen Plan, um sich an den vaterländischen Heuchlern zu rächen. Niemand soll ungeschoren davonkommen. Vor allem nicht Offizier Pradelle, jener Mann, durch dessen Machtgier Albert fast ums Leben gekommen wäre und der nun zu einem besonders zynischen Kriegsgewinner mutiert ist.
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Beinahe wäre Albert wegen der Machtgier von Leutnant Pradelle ums Leben gekommen. Doch in letzter Sekunde bewahrt Édouard ihn vor dem Tod. Albert fühlt sich seinem Retter verpflichtet und erfüllt ihm seinen größten Wunsch: eine falsche Identität. Pradelle durchschaut den Betrug und deckt sie, um sein hinterhältiges Manöver zu vertuschen. So werden die verfeindeten Männer zu Komplizen. Während Pradelle in den Nachkriegsjahren das große Geld mit der Umbettung von Toten macht, entwickeln Albert und Édouard ein illegales Geschäft mit Kriegsdevotionalien. Pierre Lemaitre entwirft das schillernde Panorama einer Gesellschaft, in der unablässig von Ruhm und Ehre die Rede ist und zugleich Profitgier und krumme Geschäfte vorherrschen.
(Der Tagesspiegel)

Dave Eggers, Weit gegangen

Das Buch beschreibt den Weg von Valentino Achak, der ihm vom Sudan, über Äthiopien und Kenia, in die Vereinigten Staaten führt. Eine Erzählung von Flucht, Hoffnung und Verzweiflung, wo jeden Tag neue Herausforderungen auf den Protagonisten kommen.

Mit viel Feingefühl und Respekt geschrieben. Empfehlenswert.

Was andere dazu meinen:

Mit sieben Jahren verliert Valentino alles, seine Familie, seine Freunde und seine Heimat, den Sudan. Er flieht mit Tausenden von anderen Kindern über Äthiopien nach Kenia, von wo aus er schließlich in die USA gelangt. Was Valentino dabei erlebt, ist kaum zu beschreiben. Umso erstaunlicher ist, mit wie viel Wärme, Zuversicht und sogar Humor er davon erzählt. Dave Eggers hat seine Geschichte in einem bewegenden Roman festgehalten.

Weit Gegangen ist ein Roman von Dave Eggers, und es ist die wahre Lebensgeschichte von Valentino Achak Deng. Die Geschichte eines Menschen, der bereits mit sieben Jahren auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat erlebt, wie die Jungen, mit denen er flieht, von Soldaten erschossen und von Löwen gerissen werden oder qualvoll sterben, weil sie nach Tagen ohne Essen und Trinken in der Wüste halbgares Elefantenfleisch gegessen haben.

Valentino und die »Lost Boys«, wie die sudanesischen Jungen auf der Flucht genannt werden, finden nach der Durchquerung Äthiopiens eine erste Zuflucht in den Flüchtlingslagern von Kenia. Von dort aus gelingt Valentino die Ausreise in die USA. Doch auch das Land der Freiheit und zahlreicher Verheißungen stellt Valentino vor unzählige neue Herausforderungen.

Inzwischen leben etwa zwei Millionen sudanesische Flüchtlinge in den USA. Weit Gegangen erzählt am Beispiel eines außergewöhnlichen Menschen auch ihre Geschichte – eine Geschichte über Kampfgeist und Zuversicht in einer Welt ohne Hoffnung.
(medimops)

David Mitchel, Die tausende Herbste des Jacob de Zoet

Das Buch beschreibt die Abenteuer eines holländischen Kaufmanns zu Begin des 19 Jahrhundert in Japan, damals ein völlig isoliertes Land. Jacob de Zoet kommt zur Insel Dejima, vor dem Hafen von Nagasaki, um versucht, von dort in das Innere Japans zu eindringen zu kommen. Mitchel beschreibt meisterhaft die Reisen des jungen Europäers und gibt Einblicke in das Japan der damaligen Zeit.

Was andere dazu meinen:

Ein junger holländischer Kaufmann kommt 1799 nach Dejima, dem einzigen europäischen Handelsposten im hermetisch abgeriegelten Japan. Auf der von Geschäftemachern und zwielichtigen Gestalten bevölkerten künstlichen Insel hofft er, sein Glück zu machen. Durch die Liebe zu einer Japanerin eröffnet sich Jacob de Zoet unversehens eine geheimnisvolle Welt und zeigt ihre Schönheiten. Doch das fremde Land hält auch Schrecken bereit, Verrat, Intrige und Mord …
(Amazon)

Martin Mosebach, Die 21

Im Jahre 2015 ermordeten IS-Terroristen in Lybien 21 Männer, allesamt Kopten. Martin Mosebach reiste nach Ägypten, um sich ein Bild über diese Männer zu machen, und fasst in diesem Buch seine Eindrücke zusammen.

Gekonnt beschreibt er seine Gespräche mit den Familien und die Begehung der Orte, an denen diese Märtyrer unserer Zeit lebten. Ein Buch, das Eindruck hinterlässt.

Was andere dazu meinen:

Im Frühjahr 2017 reiste Martin Mosebach nach Ägypten. Er besuchte im Dorf El-Or die Familien der 21 koptischen Männer, die zwei Jahre zuvor von IS-Terroristen an einem Strand in Libyen ermordet worden waren. Er saß in Empfangszimmern, durch die die Schwalben flogen, und machte sich ein Bild: von den Madonnenbildern und Jesus-Porträts an den Wänden, den grob geschreinerten Reliquienschränken, von einer Lebenswelt, in der alles die Spiegelung oder Erfüllung biblischer Vorgänge ist. Immer wieder wurde ihm, umgeben von Kindern, Ziegen, Kälbern, auf einem iPad das grausame Propagandavideo des IS vorgeführt; er staunte über den unbefangenen Umgang damit. Von Rache war nie die Rede, sondern vom Stolz, einen Martyrer in der Familie zu haben, einen Heiligen, der im Himmel ist. So erscheinen die 21 auf den neuen Ikonen gekrönt wie Könige.
Martin Mosebach hat ein Reisebuch geschrieben über seine Begegnung mit einer fremden Gesellschaft und einer Kirche, die den Glauben und die Liturgie der frühen Christenheit bewahrt hat – der «Kirche der Martyrer», in der das irdische Leben von der himmlischen Sphäre nur wie durch ein Eihäutchen geschieden ist. Er traf den Bischof und die koptischen Geistlichen der 21 Wanderarbeiter, besuchte ihre Kirchen und Klöster. In den Zeiten des Kampfes der Kulturen sind die Kopten als Minderheit im muslimischen Ägypten zu einem politischen Faktor geworden – und zu einer Art religiösen Gegengesellschaft. Damit ist dieses Buch auch ein Bericht aus dem Innenleben eines arabischen Landes zwischen biblischer Vergangenheit und den Einkaufszentren von Neu-Kairo.

Kristin Hannah, Die Nachtigall

Roman über die Zeit der deutschen Besetzung in Frankreich, erzählt aus der Perspektive von zwei Schwestern aus einem kleinen Dorf an der Loire und ihrem Vater.
Sehr schöne Erzählung, die historische Ereignisse mit Fiktion mischt.

Was andere dazu meinen:

„Ich liebe dieses Buch – große Charaktere, große Geschichten, große Gefühle.“ Isabel Allende Zwei Schwestern im besetzten Frankreich: Vianne, die Ältere, muss ihren Mann in den Krieg ziehen lassen und wird im Kampf um das Überleben ihrer kleinen Tochter vor furchtbare Entscheidungen gestellt. Die jüngere Isabelle schließt sich indes der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen. Doch wie weit darf man gehen, um zu überleben? Und wie kann man die schützen, die man liebt? »Kristin Hannah ist es gelungen, historische Ereignisse so emotional aufzubereiten, dass einem beim Lesen die Tränen kommen.« Freundin