Archiv der Kategorie: Science-Fiction, Fantasy, Dystopien

Ian McEwan, Maschinen wie ich

Ian McEwan behandelt in diesem Buch einige der anthropologischen, ethischen und sozialen Probleme, die im Zusammenhang mit der so genannten künstlichen Intelligenz auftreten können. Er tut dies auf humorvolle Weise.

Charlie Friend, der seinen Lebensunterhalt mit Trading verdient, kauft einen der ersten Prototypen eines Androiden mit dem bezeichnenden Namen Adam. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase nimmt der Android eine unerwartete Rolle im Leben von Charlie und seiner Freundin Miranda ein, die viele Fragen aufwirft.

Was andere dazu meinen:

Charlie ist ein sympathischer Lebenskünstler Anfang 30. Miranda eine clevere Studentin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie seinen >Adam< geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten Androiden. In ihrer Liebesgeschichte gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam. Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prinzipien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte – und verhängnisvolle – Situationen.

John Ironmonger, Der Wal und das Ende der Welt

John Ironmonger, geboren in Nairobi, studierte Zoologie in England und arbeitete in verschiedenen Positionen, unter anderem in der IT-Branche. Sein 2015 erschienenes Buch wurde nach Ausbruch der Pandemie 2020 ein großer Erfolg.

Jonas (Joe) Haack ist Analyst bei einer Investmentbank. Seine Aufgabe ist es, Ereignisse zu analysieren, die zu einem Ausverkauf von Aktien führen könnten. Er entwickelt ein Programm, das diese Informationen automatisch findet und verarbeitet, und verdient damit viel Geld. Sein Chef bittet ihn, mit dem Programm eine Situation zu simulieren, in der die Menschheit an ihrem Egoismus scheitert. Kurz darauf muss er die Firma verlassen und findet sich in einem kleinen Dorf in Cornwall wieder, wo er mit Entsetzen feststellen muss, dass sich seine „Prophezeiung“ bald erfüllen wird.

Eine spannende Geschichte mit einem unerwarteten Ende.

Was andere dazu meinen:

Das Buch der Stunde, das uns Hoffnung macht.
Ein kleines Dorf. Eine Epidemie und eine globale Krise. Und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.

»Eine erstaunliche Vorwegnahme.« Frankfurter Neue Presse
»Abenteuerlich und ergreifend.« Stern
»Dieser Roman gibt einem den Glauben an die Menschheit zurück.« Elle

Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.

John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Zusammenhänge unserer globalisierten Welt? Und wie können wir gut handeln, wenn alles auf dem Spiel steht?

Ted Chiang, Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes

Diese kleine Sammlung von Science-Fiction-Erzählungen zeichnet sich durch ihre Kreativität. Nicht alle sind gleich gut, oder inspirierend, aber jede Erzählung birgt eine sehr interessante und anregende Idee. Der Film „The arrival“ basiert zum Beispiel auf die wenigen Seiten einer der Erzählungen.

Was andere dazu meinen:

Geschichten, die ein ganzes Universum enthalten: Die Wahrheit über den Turmbau zu Babel; der folgenreiche Erstkontakt mit einer außerirdischen Spezies; die Verzweiflung angesichts des Verlusts eines unersetzlichen Menschen; ein Zeitreiseabenteuer der anderen Art; und ein bestürzender Ausflug an die Grenzen des wissenschaftlich Machbaren …

Kein anderer Science-Fiction-Autor hat in den letzten zwanzig Jahren auch nur ansatzweise so viel Begeisterung ausgelöst wie Ted Chiang. Kein anderer Science-Fiction-Autor wurde für ein so schmales Werk mit mehr Preisen ausgezeichnet. Nun liegt endlich auch auf Deutsch ein Auswahlband mit seinen Erzählungen vor.

Ausgezeichnet mit dem >Kurd Laßwitz Preis< als bestes ausländisches Werk des Jahres 2012

Luca D’Andrea, Das Böse, es bleibt

Das zweite Buch von Luca D’Andrea übernimmt einige Elemente aus dem bekannten thriller „Der Tod so kalt“ desselben Autors, ist aber eigentlich keine Fortsetzung von diesem. Die Landschaft Südtirols ist die Bühne für eine spannende Geschichte mit einem geheimnisvollen Heiler, einem Auftragskiller und einem Mafiaboss. Der Autor, der teilweise an Stephen King erinnert, fragt sich immer wieder dabei, woher das Böse kommt. Nicht so spannend wie das erste Buch, aber lohnenswert.

Das dritte Buch von Luca D’Andrea, Der Wanderer, nutzt eigentlich nur die Bühne im Südtirol für eine verwirrende Geschichte, die den Autor nicht richtig fesselt.

Was andere dazu meinen:

Südtirol, im Winter. Marlene ist auf der Flucht, panisch steuert sie ihr Auto durch den Schneesturm. Im Gepäck: ein Beutel mit Saphiren, den sie ihrem skrupellosen Ehemann aus dem Safe entwendet hat. Wegener ist der Kopf einer mafiösen Erpresserbande, und Marlene weiß, dass er seine Killer auf sie hetzen wird. Da stürzt ihr Wagen in eine Schlucht. Marlene erwacht in einer abgelegenen Berghütte, gerettet von einem wortkargen Alten. Bei ihm und seinen Schweinen glaubt sie sich in Sicherheit vor ihrem Mann. Bald jedoch stellt sie mit Entsetzen fest, dass von dem Einsiedler eine noch größere Gefahr ausgeht …
(Amazon)

Peter Cawdron, Habitat

Peter Cawdron, in Neuseeland geboren, wohnt in Australien und schreibt im Stil der sogenannten „Hightech-Science Fiction“. Er hat viel Erfolg mit seinen Büchern geerbt.

Dieses Buch ist eine interessante Erzählung um die Kolonisierung vom Mars und um die künstliche Intelligenz. In einer Kolonie auf dem Mars, wo Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten, trifft unerwartet die Nachricht, dass auf der Erde ein Atomkrieg ausgebrochen ist. Alle Signale verstummen. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich in den verschiedenen Gruppen, die jedoch dazu verdammt sind, sich zu vertragen und zusammenzuarbeiten. Bald stellt sich heraus, dass die Angriffe von einer ganz anderen Seite kommen.

Was andere dazu meinen:

Die Menschheit hat ihren Fuß auf den Mars gesetzt. Die neue Habitatsiedlung „Endeavor“ wird als Triumph des menschlichen Forscherdrangs gefeiert. Einhundertzwanzig Wissenschaftler, Techniker und Astronauten arbeiten hier. Sie sind auf alle Eventualitäten vorbereitet – nur nicht darauf, dass plötzlich die Funksignale von der Erde verstummen. Gefangen auf dem Mars, können die Kolonisten über die Katastrophe, die auf ihrem Heimatplaneten passiert sein mag, nur rätseln. Und hoffen, dass sie hier überleben …
(Lovelybooks)

Ian McEwan, Die Kakerlake

Was hat Kafka mit dem Brexit zu tun? Ian McEwan entfaltet in dieser kurzen Fabel seine ganze Ironie und seinen englischen Humor. Der Protagonist der Erzählung heißt Jim Sams, eine deutliche Anspielung auf Gregor Samsa, der als Kakerlake aufgewachter Staatsbeamter von der Verwandlung von Kafka. McEwan beschreibt den umgekehrten Prozess: eine Kakerlake wacht als britischer Premierminister auf und unternimmt im Alleingang einen Kreuzzug gegen jede politische Vernunft.

Die Anspielungen auf Boris Johnson und auf den Brexit sind so evident, dass man sich bei der Lektüre voll und ganz auf den englischen Humor und auf die sarkastischen Einfälle von McEwan verlassen kann. Köstlich.

Was andere dazu denken:

Jim Sams hat eine Verwandlung durchgemacht. In seinem früheren Leben wurde er entweder ignoriert oder gehasst, doch jetzt ist er auf einmal der mächtigste Mann Großbritanniens – und seine Mission ist es, den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen. Er ist wild entschlossen, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen: weder von der Opposition noch von den Abweichlern in seiner eigenen Partei. Und noch nicht mal von den Regeln der parlamentarischen Demokratie. Ian McEwan verneigt sich vor Kafka, um eine Welt zu beschreiben, die Kopf steht.
(Medimops)

Kazuo Ishiguro, Alles, was wir geben mussten

Kazuo Ishiguro ist Engländer, auch wenn seine Vorfahren aus Japan stammen und er selbst in Nagasaki geboren wurde. Neben „Was vom Tage übrig bleibt“ hat er andere hervorragende Bücher geschrieben. In Alles, was wir geben mussten, geht es um das Klonen, und auch um die zentrale Frage, ob geklonte Menschen eine eigene Seele haben. In dieser Erzählung werden Kinder in Internaten aufgezogen, um sie später als Organspender zu benutzen. Das Buch beschreibt das Leben von drei Kindern, Kathy, die in erster Person erzählt, Ruth und Tommy. Alle drei sind in Hailsham in Südengland aufgewachsen. Nach einer gewissen Zeit kommen sie in andere Einrichtungen, wo sie als Betreuer arbeiten können oder als Spender „geschlachtet“ werden.

Was andere dazu meinen:

Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen.
(Medimops)

Einen „Klonroman“ hat Kazuo Ishiguro geschrieben – das klingt nach Kälte, nach Technik. Das Gegenteil sei jedoch der Fall, beteuert Harry Nutt. Bei „Alles, was wir geben mussten“ handele es sich um ein sehr bewegendes Buch, das trotz seines Etiketts kein üblicher Zukunftsroman sei. Zwar handele das Buch von wissenschaftlichen tödlichen Experimenten, vom Klonen und Organspenden, aber es fehle ihm am Ende die „dramatische Zuspitzung“, die finale paranoide Weltverschwörung, meint Nutt. Insofern sei „Alles, was wir geben mussten“ ein Gegenentwurf zu so düsteren Science Fiction-Romanen wie Orwells „1984“ oder Huxleys „Schöne neue Welt“. Ishiguro liefere keinen Gesellschaftsentwurf ex negativo. Da gebe es keine totalitäre Instanz, die moralisch dingfest zu machen sei; es gebe auch keine Rebellion auf Seiten der Opfer, so der Rezensent, die allerdings schon einen gewissen Leidensdruck verspürten. Ihnen – genauer gesagt drei Heranwachsenden, die als Organspender gezüchtet und aufgezogen werden, um dann „alles zu geben“ – gelte die ganze Sympathie des Autors. Auf seltsame Weise sei der Roman zugleich eine moderne Variante oder schwarze Parodie des britischen Genres des Internatsromans. Und im Internatsalltag sieht Nutt dann auch vom Autor eine „menschliche Zartheit“ bewahrt, die das Buch für ihn ungemein anrührend macht.
(Perlentaucher)

Andy Weir, Der Marsianer

Ein echtes Science-Fiction-Buch, das durch ihre Präzision, Glaubwürdigkeit und Ausführlichkeit an Jules Verne erinnert. Ein Astronaut wird von seinen Kollegen auf einer Mars-Station zurückgelassen, weil sie meinten, er sei Tod. Wenn er nach einem Sandsturm aufwacht, versucht nicht nur zu überleben, sondern eine Rettungsmission vom Mars aus zu steuern.

Andy Weir verbindet die zugegeben langen technischen Ausführungen mit ihren Berechnungen und Beschreibungen mit der humorvollen Sicht des Protagonisten, einem Biologen, der seine ausweglosen Situation mit der Gelassenheit eines Wissenschaftlers angeht. Präzise und lustig zugleich.

Empfehlenswert für Interessierten an Naturwissenschaft und Science-Fiction, und für alle, die den Film als Aktion und Phantasie in Erinnerung haben.

Was andere dazu meinen:

Während ein gewaltiger Sandsturm die Notevakuierung der NASA-Basisstation auf dem Mars erfordert, wird der Botaniker Mark Watney (Matt Damon) fortgerissen und man glaubt, er sei ums Leben gekommen. Da der immer stärker werdende Sturm die Landefähre zu zerstören droht, gibt Commander Lewis (Jessica Chastain) schweren Herzens den Befehl, die Suche nach Watney abzubrechen und mit den verbliebenen vier Crewmitglieder zu starten, bevor es zu spät ist.

Aber Watney hat überlebt und versucht nun – vollkommen auf sich allein gestellt – auf dem unwirtlichen Planeten zu überleben. Mit seinem Einfallsreichtum, Überlebenswillen und dem Wenigen, das er hat, findet er einen Weg, der Erde zu signalisieren, dass er noch am Leben ist. Millionen Meilen entfernt arbeiten die NASA und ein Team von internationalen Wissenschaftlern unermüdlich daran, den „Marsianer“ heim zu holen; gleichzeitig planen seine Crewmitglieder eine waghalsige, wenn nicht gar aussichtslose Rettungsmission. Während dieses Vorhaben allen

Beteiligten unglaublichen Mut abverlangt, rückt die Welt zusammen, um Watneys Rückkehr sicher zu stellen.

(Medimops)