Schlagwort-Archive: Bücherkoffer 2018

Antoine Laurain, Liebe mit zwei Unbekannten

Antoine Laurain ist ein junger französische Autor, der früher als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler gearbeitet hat. Seine Themen sind sehr lokal bezogen, ganz in der Linie vom Nobelpreisträger Patrick Modiano.

In diesem kurzen Roman schildert die Geschichte von zwei Menschen, die sich suchen, ohne sich zu kennen. Laurent Letellier, ehemaliger Bänker, betreibt eine kleine Buchhandlung in Paris. Eines Tages findet er eine Handtasche und versucht, sie der Eigentümerin zurückzugeben. Gar nicht so leicht, weil darin keine Dokumente sind, außer einem roten Heft, das Gedanken und Erinnerungen, teilweise sehr persönlich, enthält. Laurent findet den Namen heraus und gibt das Stück anonym zurück. Laure, die sich gerade aus dem Überfall erholt hat, will jetzt unbedingt wissen, wer der Finder war.

Ein Roman ohne große Überraschungen und sehr angenehm zu lesen

Was andere dazu meinen:

Der Bestseller von Antoine Laurain endlich im Taschenbuch!
Eine charmante und ungewöhnliche Liebesgeschichte mit viel Pariser Charme und ein Bestseller in Frankreich und Deutschland!

Als der Pariser Buchhändler Laurent eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit eine elegante Damen-Handtasche liegen sieht, schaut er nur hinein, um die Tasche zurückgeben zu können. Er findet allerdings nur einen Vornamen als Widmung in einem Buch: Laure. So beginnt Laurents Spurensuche quer durch Paris, denn Laure hat in ihrer Tasche auch ein kleines Notizbuch, in dem sie ihre geheimsten Gedanken notiert. Und je mehr Laurent über Laure erfährt, desto sicherer weiß er: Er muss diese Frau kennenlernen. Doch darf er einfach so in ihr Leben eindringen?
(medimops)

Susanna Tamaro, Draußen

Dieses Buch von Susanna Tamaro steht in der Linie von Antworte mir, das auch zu dieser Sammlung gehört, wobei das Zentralthema nicht das Böse oder die Suche nach Liebe ist, sondern die Migration. das Thema kann nicht aktueller sein.

Die vier Kurzerzählungen thematisieren die Migration als menschliches Problem. Die Protagonisten sind drei junge Frauen und ein Kind. Alle sind nach Italien aus fernen Ländern gekommen, stammen einer ganz anderen Kultur und sind kaum in der Lage, die Welt, die sie umgibt, zu verstehen. Die Absicht der Autorin ist klar, und sie versteckt sie kaum. Eine einfache und realistische Darstellung soll im Leser die Emphatie für diese Personen wecken.

Was andere dazu meinen:

„Das Glück war etwas, das man nicht beschreiben konnte, ein bisschen so, wie wenn man isst und das Essen im Bauch ankommt. Bald würde er es selbst erfahren, es in seinem Herzen fühlen.“ Wie der kleine Arik, der in drei Tagen zu seinen Adoptiveltern fährt, sind in Susanna Tamaros Buch alle Figuren voller Sehnsucht. Sie haben ihre Heimat verlassen, um in der Fremde Glück und Geborgenheit zu finden. Sie sind verletzlich und unsicher und auf die Fürsorge anderer angewiesen. Doch was sie erleben müssen, wird sie für immer zeichnen: Verrat, Vergewaltigung, Grausamkeit. Ein neues Buch im Ton von „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ – Geschichten von tiefer Menschlichkeit und großen Gefühlen.

Susanna Tamaro, Antworte mir

Susanna Tamaro har längst bewiesen, dass sie Romane und Essays schreiben kann. In diesem Buch und im thematisch verwandten Buch Draußen zeigt sie, dass sie auch in der Lage ist, Kurzgeschichten um einem zentralen Thema zu schreiben.

Antworte mir enthält drei Erzählungen, die thematisch und narrativ ganz weit Weg vom vermutlich romantisch/süßen Ton der bekannten Bestseller der Italienerin. Ich würde sogar sagen, dass in diesem Buch die wahre Tamaro zum Vorschein kommt. Es sind drei Geschichten, die die Präsenz des Bösen in der Welt belegen und die damit verbundenen inneren Prozessen in den Menschen.

Harte Literatur, aber immer mit einem Funken Hoffnung.

Was andere dazu meinen:

Drei Menschen auf der Suche nach Liebe, nach Treue, nach Geborgenheit – nach dem Sinn des Lebens. Drei Gleichnisse, in denen Susanna Tamaro mit großem Einfühlungsvermögen sich die Frage aller Fragen stellt: Was ist Liebe? Antworte mir! Da ist zum Beispiel Rosa, die früh ihre Mutter verliert. Ohne zu ahnen, dass diese eine Hure war, bleibt ihr die wärmende Liebe in Erinnerung. Als sie später selbst schwanger wird, spürt sie, dass sie endlich ihr Leben selbst in die Hand nehmen muss. – Ein Mann stirbt im Schlaf. Seine Frau durchlebt noch einmal ihre Ehe, den Verlust der Kinder und entdeckt einen neuen Sinn in ihrem Leben. Auch der Forstarbeiter Saverio erkennt seinen wahren Lebensweg erst, nachdem er seine Frau und seine Tochter verloren hat. – Ohne Angst vor Sentimentalität erzählt Susanna Tamaro von Menschen, die durch dunkle Lebensphasen den Weg in die innere Freiheit finden.
(LovelyBooks)

Harper Lee, Geh und stell einen Wachmann

Als dieses Buch vor wenigen Jahren erschien, wurde es als vermutlich ursprüngliche Fassung des Bestsellers von Harper Lee „Wer die Nachtigal stört“ vorgestellt. Die erfolgreiche Erzählung, auf die der Film basiert, soll in Zusammenarbeit mit Truman Capote entstanden sein. Ob das tatsächlich so ist, lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen.

Im Buch tauchen die Bekannten Figuren, wie Jean-Louise Finch und ihr Vater Atticus auf, und die kleine Stand Maycomb in den Süden der USA. Das Thema ist der Rassismus in einer Gesellschaft, die teilweise noch in einer Tradition lebt, die mehrere Hundert Jahre alt Geltung hatte. Die Konfrontation zwischen Jean-Louise, die inzwischen emanzipiert und aufgeklärt in New York lebt und ihrem Vater, der die Strukturen seines Ortes gut kennt, scheint unvermeidlich zu sein. Das Buch ist nicht so „rund“ wie die bekannte Fassung der amerikanischen Journalistin, aber empfehlenswert für alle, die Buch oder Film kennen.

Was andere dazu meinen:

»Ein psychologisches Meisterwerk über Rassentrennung, Zivilcourage und über das Erwachsenwerden« (Der Sonntag) – heute aktueller denn je.

Jedes Jahr reist Jean-Louise Finch aus dem mondänen, aufgeklärten New York zurück in ihre Heimatstadt Maycomb im Süden der USA, um den Sommer bei ihrer Familie zu verbringen. Doch diesmal ist etwas anders als sonst: In dem beschaulichen Städtchen breiten sich Rassenunruhen aus, und Jean-Louise wird fassungslos Zeugin, wie ihr Vater Atticus in der ersten Reihe steht. Die bewegende Geschichte einer Tochter, die sich von ihrem geliebten Vater emanzipieren muss, um zu sich selbst zu finden; ein Zeitdokument tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und ein literarischer Fund, der seinesgleichen sucht – und viel zum Verständnis der heutigen USA beiträgt.
(medimops) 

Andy Weir, Der Marsianer

Ein echtes Science-Fiction-Buch, das durch ihre Präzision, Glaubwürdigkeit und Ausführlichkeit an Jules Verne erinnert. Ein Astronaut wird von seinen Kollegen auf einer Mars-Station zurückgelassen, weil sie meinten, er sei Tod. Wenn er nach einem Sandsturm aufwacht, versucht nicht nur zu überleben, sondern eine Rettungsmission vom Mars aus zu steuern.

Andy Weir verbindet die zugegeben langen technischen Ausführungen mit ihren Berechnungen und Beschreibungen mit der humorvollen Sicht des Protagonisten, einem Biologen, der seine ausweglosen Situation mit der Gelassenheit eines Wissenschaftlers angeht. Präzise und lustig zugleich.

Empfehlenswert für Interessierten an Naturwissenschaft und Science-Fiction, und für alle, die den Film als Aktion und Phantasie in Erinnerung haben.

Was andere dazu meinen:

Während ein gewaltiger Sandsturm die Notevakuierung der NASA-Basisstation auf dem Mars erfordert, wird der Botaniker Mark Watney (Matt Damon) fortgerissen und man glaubt, er sei ums Leben gekommen. Da der immer stärker werdende Sturm die Landefähre zu zerstören droht, gibt Commander Lewis (Jessica Chastain) schweren Herzens den Befehl, die Suche nach Watney abzubrechen und mit den verbliebenen vier Crewmitglieder zu starten, bevor es zu spät ist.

Aber Watney hat überlebt und versucht nun – vollkommen auf sich allein gestellt – auf dem unwirtlichen Planeten zu überleben. Mit seinem Einfallsreichtum, Überlebenswillen und dem Wenigen, das er hat, findet er einen Weg, der Erde zu signalisieren, dass er noch am Leben ist. Millionen Meilen entfernt arbeiten die NASA und ein Team von internationalen Wissenschaftlern unermüdlich daran, den „Marsianer“ heim zu holen; gleichzeitig planen seine Crewmitglieder eine waghalsige, wenn nicht gar aussichtslose Rettungsmission. Während dieses Vorhaben allen

Beteiligten unglaublichen Mut abverlangt, rückt die Welt zusammen, um Watneys Rückkehr sicher zu stellen.

(Medimops)

Natalia Sanmartín, Das Erwachen der Señorita Prim

Eine arbeitslose Bibliothekarin findet in der Zeitung eine Anzeige, wo eine Frau mit ihrer Qualifikation für die Katalogisierung einer wissenschaftlichen Bibliothek gesucht wird.

Was sie vorfindet, wenn sie ihre Stelle in einem kleinen Dorf antritt, wird befremdend auf sie. Der Autor dieser Anzeige ist ein Professor, der seine Kinder nach klassischem Muster erzieht. Die Señorita Prim findet dabei eine Welt, die ihr völlig unbekannt ist, wo Werte gelten, die sie für nicht mehr gültig hält. Es dauert aber nicht lange, wenn sie selbst ihre Meinung korrigiert.

Ein Bestseller in vielen Ländern und eine Apologie der wertorientierten Erziehung.

Was andere dazu meinen:

»Senorita Prim flüchtet vor dem Getöse der Welt – wer sich in die Arme dieses Buches wirft, flüchtet ganz entspannt mit.« Brigitte

Angelockt durch eine ungewöhnliche Stellenanzeige reist Señorita Prim nach San Ireneo de Arnois. Sie hofft, in diesem bezaubernden kleinen Ort, fernab vom Getöse der Welt, als Bibliothekarin Fuß zu fassen. Doch noch weiß sie nicht, dass sich ihr Leben nachhaltig verändern wird. Denn in San Ireneo gehen die Uhren anders. Und nichts ist, wie es scheint …

Penelope Fitzgerald, Die Buchhandlung

Ohne Zweifel eins der besten Romane dieser britischen Schriftstellerin.

Eine alternde Frau kommt zu einem Ort an der Ostküste Englands mit der Absicht, dort eine Buchhandlung zu eröffnen.

Womit sie nicht gerechnet hat, ist dass Widerstand gegen Ihr Projekt aus verschiedenen Stellen wächst.

Was andere dazu meinen:

Florence Green erwirbt in Hardborough, einem verschlafenen Dorf an der Küste Ostenglands, das Old House als zukünftiges Domizil für ihre Buchhandlung. Dass das Gebäude anscheinend von einem Poltergeist besessen und bis auf die Grundmauern feucht ist, bringt sie von ihrem Vorhaben ebensowenig ab wie die Tatsache, dass sie von finanziellen Dingen keine Ahnung hat. Voller Schwung stürzt sie sich in die Vorbereitungen und stattet ihre Buchhandlung liebevoll aus. Die Einwohner des kleinen Städtchens begegnen dem Unternehmen zunächst mit Skepsis, bald stellen sich jedoch erste Stammkunden ein. Als Florence Green aber dann ein gerade erschienenes Buch eines bis dahin unbekannten Autors, Vladimir Nabokov, verkauft, ist die Aufregung groß und weitet sich zu einem Skandal aus …

(medimops)