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Delphine de Vigan, Die Kinder sind Könige

Delphine de Vigan hat mehrere Bücher über den negativen Einfluss geschrieben, den Eltern durch ihr Verhalten auf ihre Kinder haben können. In diesem Buch will sie auf die Gefahr der Kommerzialisierung der Kinder durch die Eltern aufmerksam machen. Dies gelingt ihr auf ansprechende Weise durch eine Erzählung, die Elemente eines Kriminalromans mit tiefer gehenden Überlegungen zu den Auswirkungen des digitalen Lebens verbindet.

Zwei Frauen werden auf den ersten Seiten vorgestellt. Clara, die Tochter intellektueller, linksorientierter Eltern, beschließt eines Tages, Polizistin zu werden. Sie geht ganz in ihrem Beruf auf und verzichtet dafür auf eine vielversprechende Beziehung. Melanie hat mit wenig Erfolg an einer Reality-Show im Fernsehen teilgenommen und sehnt sich danach, berühmt zu werden. Als ihre beiden Kinder Sam und Kim noch im Vorschulalter sind, beginnt Melanie, mit ihnen Videos zu drehen und diese auf einem YouTube-Kanal zu veröffentlichen. Das vorgetäuschte Leben einer Vorzeigefamilie, in der alle glücklich sind, bringt ihr Millionen von Followern und lukrative Verträge mit Firmen, die ihre Produkte in den Videos sehen wollen. Sie hat Erfolg und bald ist ihr Kanal im ganzen Land bekannt. Alles scheint gut zu laufen, bis eines Tages ihr jüngstes Kind Kim spurlos verschwindet. Die Ermittlungen der Polizei führen Melanie und Clara wieder zusammen.
Die Erzählung endet nicht mit der Aufklärung des Verbrechens, sondern macht einen Zeitsprung von mehr als zehn Jahren, als die Kinder bereits junge Erwachsene sind.

Der Erzählstil von Delphine de Vigan schafft eine gute Balance zwischen der Darstellung der Fakten und einem gelungenen Einblick in die Gedankenwelt und Motivation der Protagonisten. Die Autorin zeigt auch, wie unbedacht Eltern die Entwicklung ihrer Kinder beeinflussen können.

Was andere dazu meinen:

Mélanie war als junges Mädchen ein großer Fan von Formaten wie ›Big Brother‹. Sie hatte stets davon geträumt, gesehen und berühmt zu werden. Jahre später, als Mutter zweier Kinder, ist es ihr gelungen: Sie ist eine erfolgreiche YouTuberin mit Tausenden von Followern. Objekt ihrer Videos und Posts sind ihre Kinder, die auf Schritt und Tritt gefilmt werden. Seit Kurzem kommt ihre kleine Tochter dem Filmen jedoch immer unwilliger nach. Mélanie tut das als eine Laune ab. Denn wie könnte man die unendliche Liebe, die ihnen aus dem Netz entgegenkommt, als Last empfinden? Kurz darauf verschwindet Kimmy nach einem Versteckspiel spurlos. Wie, fragt sich die ermittelnde Polizeibeamtin Clara, soll man einen Verdächtigen ausmachen bei einem Kind, das Tausende Menschen kennen und mehrfach täglich sehen? Schnell begreift sie, dass ihre Methoden der Ermittlung in der virtuellen Welt vollkommen nutzlos sind … (Amazon)

Mélanie war als junges Mädchen ein großer Fan von Formaten wie ›Big Brother‹. Sie hatte stets davon geträumt, gesehen und berühmt zu werden. Jahre später, als Mutter zweier Kinder, ist es ihr gelungen: Sie ist eine erfolgreiche YouTuberin mit Tausenden von Followern. Objekt ihrer Videos und Posts sind ihre Kinder, die auf Schritt und Tritt gefilmt werden. Seit Kurzem kommt ihre kleine Tochter dem Filmen jedoch immer unwilliger nach. Mélanie tut das als eine Laune ab. Denn wie könnte man die unendliche Liebe, die ihnen aus dem Netz entgegenkommt, als Last empfinden? Kurz darauf verschwindet Kimmy nach einem Versteckspiel spurlos. Wie, fragt sich die ermittelnde Polizeibeamtin Clara, soll man einen Verdächtigen ausmachen bei einem Kind, das Tausende Menschen kennen und mehrfach täglich sehen? Schnell begreift sie, dass ihre Methoden der Ermittlung in der virtuellen Welt vollkommen nutzlos sind …
(Dieter Wunderlich)

Wallace Stegner, Zeit der Geborgenheit

Larry Morgan und seine Frau Sally sind gerade in Madison (Wisconsin) im Jahr 1937 angekommen, um an der Universität zu arbeiten, als die Familie Lang, Sid und Charity, für sie eine Willkommensfeier organisiert. Vom Anfang an entwickelt sich eine Freundschaft zwischen beiden Ehepaaren, die mehr als vier Jahrzehnte dauernd sollte. Larry, der als Erzähler auftritt, vergleicht die untrennbare, wenn auch ungleiche Vierergruppe, mit einem Paradies mit zwei Paaren, wobei auch die Schlange ihre unvermeidliche Rolle spielt.

Zwei Erzähllinien, getrennt von vier Jahrzehnten und ergänzt durch zahlreiche Flashbacks, konvergieren am Sterbebett von Charity in einer unvergesslichen Szene, voller Menschlichkeit und Mitgefühl, wo die Schlange ihren letzten Auftritt hat und jeder seine Rolle in dieser wunderbaren Geschichte voller Menschlichkeit ausspielt.

Stegner, ein in Europa wenig bekannter Schriftsteller aus den USA, obwohl er wichtige Preise gewonnen hat, erzählt durch den Mund von Larry eine Geschichte über die Liebe, über die Treue in der Ehe, über die Freundschaft, über die Arbeit und über das Leben und Sterben.

Was andere dazu meinen:

»In gewisser Weise ist es schön, jung und knapp dran zu sein. Mit der richtigen Frau, und die hatte ich, wurde die Armut zum Abenteuer.«

Als Larry Morgan und seine Frau Sally das Ehepaar Charity und Sid Lang in den dreißiger Jahren kennenlernen, kann der Unterschied zwischen ihnen nicht größer sein: Larry kommt aus dem Westen und hat keinerlei Beziehungen; doch die Liebe zu Sally gibt ihm das Gefühl, reich zu sein. Sid besitzt alles: Ostküstenadel, Vermögen, Einfluss, Reputation. Trotz der Gegensätze fühlen sich die Paare zueinander hingezogen – im Laufe der Jahre wachsen tiefste Zuneigung und Zusammengehörigkeit.

Wallace Stegner erzählt die berührende Geschichte dieser Freundschaft im Rückblick: Als die Paare an Charitys Sterbebett zusammentreffen, gibt dies Larry die Gelegenheit zu einem melancholischen Blick auf die gemeinsam durchlebten Jahre.

Eine Wiederentdeckung von Weltrang

»In der Dichtung sollten wir, denke ich, keinen Vorsatz außer dem haben, die Wahrheit zu erzählen.« Wallace Stegner

»Im amerikanischen Westen, wo seine Wurzeln lagen, war er nicht weniger als eine Ikone«, schreibt T. H. Watkins im Nachwort für ›Zeit der Geborgenheit‹ über Wallace Stegner. Tatsächlich wird mit dieser deutschen Erstausgabe ein Autor von Weltrang wiederentdeckt.

»Wenn ich an Wallace Stegner denke, dann denke ich an einen Mann, der seinen Hunger nach Gerechtigkeit und seine Liebe für das Mögliche mit uns teilt.« Terry Tempest Williams

Wallace Stegner wurde am 18. Februar 1909 in Iowa geboren und wuchs in den weiten Ebenen von Saskatchewan und Montana und in den Bergen von Utah auf. Aus armen und zerrütteten Verhältnissen stammend, darf er als die bedeutendste literarische Stimme des amerikanischen Westens im 20. Jahrhundert gelten. Stegner, der sich auch als Biograf, Kritiker, Essayist, und Historiker einen Namen machte, zählt zu den Wegbereitern des modernen Umweltschutzes. 1960 schrieb er den berühmten Wilderness Letter, der später den ersten Gesetzesentwurf des National Wilderness Preservation Systems einleitete.

»Wir brauchen einfach die Wildnis… Als Teil einer Geographie der Hoffnung hilft sie, uns unserer Kreatürlichkeit zu vergewissern.« Wallace Stegner, Wilderness Letter 1960

»Es gibt nur wenige Erzähler, deren Schaffen so tief in die Naturlandschaften eingebettet ist« schreibt T. H. Watkins, »das Verlangen danach, seinen Platz zu kennen, in der Natur wie in der Gesellschaft, schärfte seinen Blick.« In seiner Dichtung lotet Stegner die Tiefe menschlicher Beziehungen aus, seine Texte über Ehe, Freundschaft, Familie und die Suche nach der eigenen Identität brauchen den Vergleich mit Tschechovs Werk nicht zu scheuen. Stegner unterrichtete an verschiedenen Universitäten, unter anderem in Stanford. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Pulitzer-Preis (1972) und der National Book Award (1977) belegen seinen Rang als Klassiker der amerikanischen Moderne. ›Zeit der Geborgenheit‹ war sein letzter Roman und zählt zu den wichtigsten und beliebtesten amerikanischen Werken des 20. Jahrhunderts. Er ist, wie viele seiner Romane und Erzählungen, in der Gegend um Greensboro, Vermont angesiedelt, wo der Autor die Sommermonate mit seiner Frau verbrachte. Wallace Stegner starb am 13. April 1993.

»Seine Literatur – ganz zweifellos dieser elegante Roman – ist Teil seiner ›Geographie der Hoffnung‹, an die er glaubte und für die er sich einsetzte.« Terry Tempest Williams (medimops)

Delphine de Vigan, No und ich

Das «No» im Titel dieses Romans ist der Kosename einer 18-jährige Obdachlose, mit richtigem Namen Nolwenn, nach dem Aufhenthalt in mehreren Pflegefamilien und Erziehungsanstalten wörtlich in Paris auf die Straße gelandet ist. Das «Ich» ist Lou, eine hochbegabte 13-jährige Schülerin, die von ihren Mitschülern, alle älter als sie, als «brainy» gehänselt wird. Ihre Familie hat den Tod ihres kleinen Bruders wenige Wochen nach seinem Geburt nicht verarbeitet, und ihre Mutter lebt in einer tiefen Depression.

No und Lou lernen einander in der Gare d’Austerlitz kennen, wo Lou gerne kommt, um die Emotionen «normaler» Menschen zu beobachten. Gegen jede Logik wächst zwischen beiden eine freundschaftliche Beziehung, die die Eltern mit Argwohn aber wohlwollend beobachten.

Die Autorin hat klargestellt, dass das Buch reine Fiktion ist, ohne autobiographische Elemente. Neben der gewohnten literarischen Qualität dieser Autorin, das Buch überzeugt durch die feinfühlige Darstellung der Personen und ihrer Beziehungen. Trotz ihrer Intelligenz und ihrer scheinbaren Reife ist Lou emotionell sehr unsicher, was sie zu überstürzten Reaktionen verleitet. Neben No y Lou, andere Protagonisten sind Lous Eltern und Lucas, ein Schulkollege, Opfer einer katastrophalen familiären Situationen, die er hinter einer Fassade als cooler Frauenheld versteckt.

Hervorragendes Buch, wie alle, die ich von der Autorin gelesen habe.

Was andere dazu meinen:

Lou ist hochbegabt und eine Einzelgängerin. Am liebsten beobachtet sie die Menschen um sich herum und stellt dabei gewagte Theorien auf, um das zu verstehen, was tagtäglich mit uns geschieht. Bis sie auf die achtzehnjährige No trifft, die mitten in Paris auf der Straße lebt. No mit den dreckigen Klamotten und dem müden Gesicht. No, die jeden Tag um ein Essen und einen Schlafplatz kämpfenmuss. No, deren Einsamkeit die Welt in Frage stellt. Und Lou stürzt sich in ihr neues Projekt: Sie will No retten – und sich und der Welt beweisen, dass sich alles ändern lässt …

David Foenkinos, Die Frau im Musée d’Orsay

Dieser französische Autor hat die Fähigkeit, interessante und zugleich realistische (Fiktion-) Personen zu erfinden, die sich dann in einem ruhigen, stimmigen Szenario entfalten. In manchen Werken gesellt sich eine gewisse Ironie hinzu. Nicht in diesem Roman, in dem Foenkinos die Suche nach der Schönheit als ein Ideal vorschlägt, das in der Lage ist, zu heilen, wenn auch nicht immer.

Antoine Duris lehrt Kunstgeschichte an der École nationale supérieure des beaux-arts de Lyon. Eines Tages kündigt er völlig überraschend und zieht nach Paris um, wo er sich um eine Stelle als Wärter im Museum Orsay bewirbt, wo gerade eine Sammlung von Bildern von Modigliani in einer Sonderausstellung gezeigt wird. Die Personaldirektorin des Museums interessiert sich für seinen deutlich überqualifizierten Angestellten und vermutet, er findet sich auf der Flucht von einem traumatischen Ereignis. Parallel dazu erzählt der Autor die Geschichte von Camille, einer begabten Schülerin an Antoines Akademie, die sich für ihre Sensibilität und Talent auszeichnet. Doch die Sachen sind nicht immer so einfach, wie man sich wünscht.

Wie in anderen, ebenfalls kurzen Romanen dieses Autors, ist die Erzählart von Foenkinos was dieses Buch sehr empfehlenswert macht.

Was andere dazu meinen:

Völlig unerwartet kündigt Antoine Duris seine Professorenstelle an der Hochschule der Schönen Künste in Lyon und zieht mit nur einem Koffer nach Paris. Im Musée d’Orsay, wo die farbenfrohen Gemälde von Manet, Monet und Modigliani hängen, bewirbt er sich als Museumswärter. Doch warum flieht er Hals über Kopf aus seinem bisherigen Leben? Keiner weiß, wie sehr ihn das Schicksal seiner hochbegabten Studentin Camille mitgenommen hat. Erst als er Mathilde kennenlernt, findet Antoine einen Weg, sich der Freude, dem Genuss und der Liebe wieder hinzugeben …

(medimops)


“Jeanne Hébuterne” – so heißt die Dame auf dem Porträt von Modigliani, das im Zuge einer Modigliani Ausstellung im Musée d’Orsay gezeigt wird. Antoine wünscht sich nichts sehnlicher als beim Anblick dieses Gemäldes sich selbst und seinen Schmerz zu vergessen. Tag für Tag taucht er tief in das Bild ein, das sein Innerstes mit seiner Schönheit so berührt. Doch schon bald muss Antoine wieder auftauchen und sich dem Leben und seiner Vergangenheit stellen.

Antoine Duris war ein angesehener und beliebter Professor an der Hochschule der Schönen Künste in Lyon. Doch von einem Tag auf den anderen lässt der Professor alles stehen und liegen – seine Arbeit, seine Wohnung, seine Freunde – und geht nach Paris. Dort will Antoine Museumswärter im Musée d’Orsay werden, um den Schmerz, den er sich trägt, mit der Schönheit der Gemälde zu lindern. Mathilde Mattel ist Personalchefin im Musée d’Orsay. Als sie die Bewerbung von Antoine bekommt, ist sie vollkommen erstaunt, denn der Professor ist mehr als überqualifiziert für diese Arbeit. Er strahlt eine Traurigkeit und Einsamkeit aus, der sich Mathilde nur schwer entziehen kann. Sie gibt ihm die Chance und erfüllt ihm seinen Arbeitswunsch. Mit kleinen Schritten nähern sich die beiden an. Zögerlich und vielleicht etwas angstvoll gehen sie aufeinander zu. Ob Antoine über den Schatten seiner Vergangenheit springen kann und wieder an die Zukunft denken kann? Welches Geheimnis umgibt den traurigen Professor? Welche Rolle spielt die ehemalige Studentin Camille in der ganzen Geschichte? Kann Mathilde Antoine dazu bringen sich, zu öffnen? Nach und nach offenbaren sich die Geheimnisse der Vergangenheit, die auf grausame Weise so viele Leben beeinflusst hat…

David Foenkinos schreibt in einem ganz eigenen Stil, an den sich der Leser erst gewöhnen muss. Die Erzählung erscheint von einer gewissen Distanz, sodass man sich als Leser eher als Beobachter fühlt, anstatt sich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Mit erschreckender Klarheit wird uns von Grausamkeiten berichtet, die einer der Protagonisten widerfährt. Erschütternd ist die Tatsache, das gerade so etwas im echten Leben keine seltene Gewalttat ist. Mit Feingefühl beschreibt Foenkinos die Gefühle des Opfers und die Zweifel und Ängste. Das Schicksal führt hier verschiedene Personen zusammen, die alle in gewisser Weise leiden oder gerade ein Tief in ihrem Leben erreicht haben. Und jeder von ihnen ist auf seine Weise der Kunst verbunden. Es geht sowohl um Hoffnung und darum für das Leben zu kämpfen, als auch den Kampf vielleicht dann doch zu verlieren. Eingebettet ist diese Geschichte in das Thema Kunst. Alle wichtigen Personen sind entweder selbst Künstler oder Kunstliebhaber. Die Schönheit der Kunst wird als Mittel zur Heilung der gebrochenen Seelen hergenommen oder auch die Kunst, um sich selbst darin darzustellen und die eigene Geschichte zu verarbeiten. Für jeden ist Kunst selbstverständlich anders, doch klar ist, dass die Kunst immer mit Gefühlen in Verbindung steht. “Die Frau im Musée d’Orsay” ist ein packendes und ein klein wenig erschreckendes sowie trauriges Buch, das letzten Endes doch einen gewissen Optimismus und Hoffnung durchschimmern lässt. Trotz der Tragik des Lebens sehen wir, dass es auch in den dunkelsten Stunden Momente der Schönheit geben kann. Man muss jedoch anmerken, dass der französische Originaltitel “Vers la beauté” wesentlich besser zum Buch passt, als der deutsche Titel.

(Janettes-Meinung)

Susanna Tamaro, Geschichte einer großen Liebe

Nach vielen Jahren, in denen Susanna Tamaro nur kurze Fabel, Essays und sogar geistliche Texte veröffentlicht hat, erscheint nun ein neuer Roman, der die Intensität, die Fülle und die unverkennbare Sprache der italienischen Autorin vereint. Andrea, ein erfahrener Schiffskapitän, der sein ganzes Leben auf Ferrys und Kreuzfahrtschiffen verbracht hat, erzählt seine Erinnerungen in der Form einer Erzählung für Edith, seine große Liebe. Er tut es zum Teil aus einer Mittelmeerinsel, wo beide viele Jahre zusammen verbracht haben. An andern Stellen hören wir Ediths Stimme. Die Sprachlehrerin mit revolutionärer Vergangenheit versucht vergeblich über längere Zeit, zuzugeben, dass sie ihr ganzes Leben zusammen mit Andrea verbringen möchte. Andere Protagonisten sind die Eltern von beiden, sowie Amy, eine Tochter Ediths, die sich früh selbständig macht, und Marco, ein Sohn von Andrea y Edith.

Wie in den ersten Romanen Tamaros, nicht das Geschehen ist wesentlich, sondern die Art, es zu erzählen, die besondere Sprache der Italienerin und die Gedanken, die einer scheinbaren Kette von Scheitern und Niederlagen begleiten. Andrea ist ein guter Mensch, der es versteht, auf die große Liebe seines Lebens zu hoffen, dafür zu arbeiten und letztlich darin den Sinn des Lebens zu entdecken.

Andere wesentliche Elemente des Romans sind die Zeit, die Bindungen, die Personen eingehen, oder die entstehen obwohl die Personen sie nicht suchen und, über alles und als ständiger Begleiter in den Büchern von Tamaron, das Herz.

Ich finde, es ist ein wunderbares Buch.


Was andere dazu meinen:

1978: Auf einer Überfahrt von Venedig nach Piräus begegnen sich Edith und Andrea; sie, die gerade Abitur gemacht hat, er, Kapitän des Schiffes. Andrea ist von Ediths rebellischer Art fasziniert. Er löst seine Verlobung. Doch Edith gibt ihm keinerlei Sicherheit, und als Andrea ihr einen Heiratsantrag macht, weist sie ihn schroff zurück. Ihre Wege trennen sich. Doch das unsichtbare Band des Lebens führt sie wieder zusammen. Jahre später begegnen sie sich erneut, zunächst verbunden durch eine innige Freundschaft, die bald in eine tiefe Liebe mündet. Eine Liebe, die unerwartetes Glück schenkt und ebenso einen traumatischen Schicksalsschlag verkraften muss.

Susanna Tamaro erzählt auf poetische Weise von zwei Menschen, die sich finden, verlieren und wiederfinden – von einer Liebe, die über den Tod hinaus reicht.

»Flüssig, dialogreich und mit Poesie geschrieben.« Hörzu

»Die Sprache lässt den Leser nicht los. In ihr liegt eine Traurigkeit, die anzieht und neugierig macht.« OÖ Nachrichten

(Amazon)

Amor Towles, Lincoln Highway

Die großen Erzähler bewähren sich in den langen Romanen mit vielen Personen. Es ist nicht leicht, ein halbes Dutzend Protagonisten zu definieren und ihre Züge, ihre Verhalten und ihre Sprache entlang fast tausend Seiten. Und es ist nicht leicht, die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen des Lesers zu erhalten, besonders in einer Zeit wo, wenn man den Markanalysen Glauben schenkt, der Leser oder Zuschauer eine Wendung oder einen Höhepunkt alle x Seiten oder alle x Sekunden.

Amor Towles hat bereits unter Beweis gestellt, dass er das kann. Besonders in Ein Gentelman in Moskau. Jetzt kommt er zu seiner Heimat als Set für eine Erzählung über vier Jungen, die eine Reise aus Nebraska, in der Mitte des Landes, nach New York. Towles übernimmt dabei die Tradition der orientalischen Märchenerzähler. Die Grundgeschichte folgt dem Leben von zwei Brüdern. Emmett, der ältere, ist gerade aus einem Jugendgefängnis entlassen worden. Der jüngere, Billy, hat einen Traum: seine verschollene Mutter wieder zu finden. Und so planen sie eine Reise entlang der Lincoln Highway bis San Francisco. Aber zwei Mitinsassen, der etwas naive Woolly, der „in einer anderen Frequenz tickt“ und der rachesüchtige Duchess, tauchen plötzlich auf und durchkreuzen ihre Pläne. So verfolgen sie sich gegenseitig auf dem Weg nach New York und in dieser Stadt, wo sie interessante Leute kennenlernen, wie einen obdachlosen Ulysses, der seine Frau verlor, als er in den Krieg zog, oder einen Historiker, der Biographien von Helden sammelt.

In den letzten Seiten, als der Leser noch mehr über die Reise wissen will, kommt ein unerwartetes und dennoch logisches Ende.

Eins der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe.

Was andere dazu meinen:

Nach „Ein Gentleman in Moskau“ der neue Roman von Bestsellerautor Amor Towles: „Eine ausgelassene Road Novel quer durch Amerika.“ Time

Im Juni 1954 wird der achtzehnjährige Emmett aus dem Gefängnis entlassen. Zuhause in Nebraska wartet sein kleiner Bruder Billy auf ihn. Nach dem Tod des Vaters möchten sie einen Neuanfang in Kalifornien wagen, wo sie ihre verschwundene Mutter vermuten. Alles ist bereit für die Fahrt mit dem 48er Studebaker, doch plötzlich tauchen zwei Freunde aus dem Gefängnis auf. Sie haben allerdings ein anderes Ziel, New York City. So beginnt eine Reise mit den witzigsten und unglaublichsten Begegnungen – Clowns, Landstreicher, arbeitslose Schauspieler, Bettler und besonders gefährliche Pastoren. ‚Lincoln Highway‘ erzählt die ergreifende Odyssee von vier vaterlosen Jungen entlang der ersten Autobahn Amerikas.

(amazon)

„Amor Towles hat einen großartigen Roman geschrieben, eine Great American Novel mit jeder Menge Action on the road, mit kleinen Helden und großen Verlierern – und mit ganz viel Seele. … Ein turbulenter Roman, der so ganz nebenbei auch von der Kraft der Bücher erzählt.“ Carsten Wirst, Rbb, 11.10.22

„Ein kluger Roman, dessen mutige Helden einem ans Herz wachsen … über Literatur, Lesen und Urteilskraft als Wegweiser durchs Leben.“ Susanne Klingenstein, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.22

„‚Lincoln Highway‘ vereint, so leicht lesbar wie die Vorgänger, die Tugenden der uramerikanischen Road Novel mit antiken Reise-Erzählungen.“ Ute Büsing, Tagesspiegel+, 28.09.22

„Dieser Roman ist in seiner hemmungslosen Unterhaltsamkeit ein kleines Wunderwerk. …. Towles fächert ein Panorama an wunderlichen Figuren auf … und verankert seinen Roman tief in den Traditionen der amerikanischen Road-Novels.“ Christoph Schröder, Deutschlandfunk Büchermarkt, 12.08.22

„Dieser Roman ist eine Hymne auf das Leben auch unter allerwidrigsten Umständen. Amor Towles ist wieder ein schöner, dicker Roman gelungen, in dem man ein paar herrliche Lesetage unterwegs sein kann und der lange nachhallt.“ Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 02.08.22

„Ein großer Roman… ‚Lincoln Highway‘ wirkt, als sei es im Grunde schon verfilmt, so stark sieht man die Kinobilder vor Augen.“ Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.07.22

Jon Krakauer, Mord im Auftrag Gottes: Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus

Jon Krakauer ist ein nordamerikanischer Journalist, der durch drei Bücher und ihre Verfilmungen berühmt geworden ist: Into the Wild, über einen jungen Abenteurer, der sich in die Wildnis alleine wagt, In eisigen Höhen über einen Aufstieg auf den Mount Everest und Mord im Auftrag Gottes über einen brutalen Mord, verübt im Jahre 1984 von Dan y Ron Lafferty, zwei fundamentalistischen Mormonen, die ihre Schwägerin Brenda und deren Tochter, ein kleines Baby, umbrachten.

Krakauer beschränkt sich nicht auf die bekannten Tatsachen und die entsprechenden Gerichtsverhandlungen. Er nutzt sein Werk für eine vorwiegend negative Erzählung über die Entstehung und die Geschichte der Mormonen, und insbesondere der fundamentalistischen Zweige dieser Religion. Es fehlen auch nicht allgemeine Urteile über die Religionen im Allgemeinen, als Phänomen, das er nicht begreifen kann.

Das Buch enthält auch die Einwände eines mormonischen Priesters zum Buch von Krakauer, die Antwort des Autors auf diese Stellungnahme und andere Überlegungen.

Die Taten lassen kaum Raum für Interpretationen. Beide Brüder haben ihre Opfer den Hals abgeschnitten in der Meinung, einem «Gebot Gottes» zu gehorchen, und haben es so vor und nach dem Bluttat offen bekundet.

Aus meiner Sicht ist das Buch interessant und die Meinung des Autors teilweise legitim. Ich finde allerdings reduktionistische Tendenzen, als Krakauer die Geschichte einer Religion, und der Religionen im Allgemeinen, auf die verwerflichen Taten, die in «ihrer Umgebung» stattfanden, beschränkt. Ein dominantes Thema des Buches ist die Polygamie, wie sie von manchen Mormonen, besonders in den höheren Kreisen, praktiziert wird, und die von Krakauer als ein zentrales und fast exklusives Thema dieser Religion dargestellt wird.

Also ein interessantes Buch, auch durch die Art, wie es geschrieben ist, aber etwas einseitig.


Was andere dazu meinen:

Als Allen Lafferty am Abend des 24. Juli 1985 nach Hause kommt, findet er seine Frau und seine Tochter ermordet auf. Beide wurden grausam hingerichtet. Zu dem Mord bekennen sich Allens Brüder Ron und Dan Lafferty. Sie behaupten, den Auftrag dazu habe ihnen Gott gegeben. Ausgehend von diesem Familiendrama untersucht Jon Krakauer den Ursprung des religiösen Fanatismus. Die Laffertys sind Mormonen. Krakauer schildert die Geschichte dieser erst 170 Jahre alten Religion und zeigt, wie bedrohlich es sein kann, wenn Menschen glauben, einen „direkten Draht zu Gott“ zu haben.

(Perlentaucher)

Bernard MacLaverty: Schnee in Amsterdam

Ein irisches Ehepaar im Ruhestand, das in Glasgow lebt – sie eine ehemalige Lehrerin, er ein Architekt -, beschließt, ein Wochenende in Amsterdam zu verbringen. Hinter der scheinbaren Beschaulichkeit eines harmonischen Lebens mit liebenswerten Bräuchen wie dem gegenseitigen Küssen während der Fahrt im Aufzug verbergen sich Probleme und Unsicherheiten, die jeden Moment ans Licht zu kommen drohen. Am auffälligsten ist Gerrys uneingestandene Alkoholsucht, die mit der Zeit immer stärker wird. Die anderen, die von Stella, brauchen länger, um herauszukommen, da sie sie nur ungern mitteilt.

Ein unterhaltsamer Roman, der mit viel Liebe zum Detail geschrieben ist, was ihm einen sehr realistischen Charakter verleiht. Ohne die Situation zu dramatisieren, greift die Autorin Gespräche voller Missverständnisse auf, die das Ergebnis eines teils freundlichen, teils resignierten Miteinanders sind, das beide auf sehr unterschiedliche Weise wahrnehmen.


Was andere dazu meinen:

Mit einem verlängerten Wochenende in Amsterdam möchten Stella und Gerry ihren Ruhestandsalltag in Glasgow unterbrechen. Die kleine Reise soll die beiden aufmuntern, sie wollen die Stadt erkunden und etwas für ihre Ehe tun. Sie lieben sich noch und ertragen gegenseitig ihre kleinen Fehler – aber in den vier Tagen treten tiefe Risse in ihrer Beziehung zutage. Und es wird klar, dass Stella einen ganz eigenen Plan verfolgt. Dieser Plan hängt mit einem der bezauberndsten Orte in Amsterdam zusammen, dem Beginenhof, und mit einem Gelübde, das Stella einst getan hat. Gerry dagegen, ehemaliger Architekt, hat weitgehend abgeschlossen mit seinem Leben, in dem der Alkohol eine zu große Rolle spielt. Während ihrer Reise drängt allmählich ein Ereignis aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit in Belfast, Nordirland, immer stärker an die Oberfläche, etwas, das ihr ganzes Leben geprägt hat. Am Ende zeigt sich, wie tief der Graben zwischen ihnen wirklich ist.

Ein dichter, bewegender und aufwühlender Roman voller Lebensklugheit, Komik und Tragik. (medimops)

Colum McCann: Apeirogon

Ein Apeirogon ist ein regelmäßiges Vieleck mit einer unendlichen Anzahl von Seiten. Es wird so fälschlicherweise für einen Kreis gehalten, aber wenn man ihn analysiert, entdeckt man eine nahezu unendliche Anzahl von Facetten. Möglicherweise will der Autor die Schwierigkeit zum Ausdruck bringen, die politische, soziale, religiöse, wirtschaftliche usw. Situation, in der sich Israel und Palästina befinden, zu verstehen – und vor allem zu beurteilen.

Es handelt sich nicht wirklich um einen Roman, obwohl er Elemente der Fiktion enthält. Es handelt sich nicht um eine Dokumentation, obwohl sie objektive Fakten und die Meinungen der beiden Protagonisten und ihrer Familien enthält. Es ist kein Geschichts- oder Geographiebuch, obwohl es eine Fülle von Informationen und Kuriositäten über das, was in christlichen Kreisen als Heiliges Land bekannt ist, enthält. Es ist kein Unterhaltungsbuch, auch wenn die Lektüre zuweilen unterhaltsam, zuweilen aber auch tief dramatisch ist.

Wie alle großen Bücher, verstanden in beiden Bedeutungen des Wortes, Länge und Wertung, erfordert auch dieses, dass der Leser dem vom Autor vorgezeichneten Weg folgt. In diesem Fall geht es um zwei Personen. Ein Israeli, Rami Elhanan, Sohn eines Holocaust-Überlebenden, der als Soldat an zwei Istael-Kriegen teilnahm und seine Tochter Smadar durch ein Selbstmordattentat dreier Palästinenser in der Fußgängerzone von Jerusalem verlor. Und ein Palästinenser, Bassam Aramin, der sieben Jahre wegen subversiver Aktivitäten im Gefängnis saß und der seine Tochter Abir durch ein Gummigeschoss verlor, das ein israelischer Soldat in der Pause ihrer Schule abfeuerte. Rami und Bassam freunden sich an und arbeiten bei verschiedenen Friedensinitiativen in ihren Ländern zusammen, reisen um die Welt und haben mit allen möglichen Schwierigkeiten und Missverständnissen zu kämpfen.

Neben der Geschichte der beiden Protagonisten, ihrer Freundschaft und den verschiedenen Situationen, die das tägliche Leben in Israel und Palästina ausmachen, enthält das Buch Kapitel über die Entdeckungen am Toten Meer, über die Fauna und Flora, über die Siedlungen, über militärische und polizeiliche Kontrollen und vieles mehr.

Ich halte es für ein sehr empfehlenswertes Buch.

Was andere dazu meinen:

Rami Elhanan und Bassam Aramin sind zwei Männer. Rami braucht fünfzehn Minuten für die Fahrt auf die West Bank. Bassam braucht für dieselbe Strecke anderthalb Stunden. Ramis Nummernschild ist gelb, Bassams grün.

Beide Männer sind Väter von Töchtern. Beide Töchter waren Zeichen erfüllter Liebe, bevor sie starben. Ramis Tochter wurde 1997 im Alter von dreizehn Jahren von einem palästinensischen Selbstmordbomber vor einem Jerusalemer Buchladen getötet. Bassams Tochter starb 2007 zehnjährig mit einer Zuckerkette in der Tasche vor ihrer Schule durch die Kugel eines israelischen Grenzpolizisten.

Ramis und Bassams Leben ist vollkommen symmetrisch. Ramis und Bassams Leben ist vollkommen asymmetrisch. Rami und Bassam sind Freunde.

Apeirogon: eine zweidimensionale geometrische Form mit einer gegen unendlich gehenden Zahl von Seiten.

Während „Apeirogon“ nach und nach seine nahezu unendlichen Seiten auffächert und die beiden Männer in seiner Mitte rahmt, entfaltet sich der Palästinakonflikt in seiner ganzen Historie und Komplexität. Dies ist Colum McCanns überwältigendes Meisterwerk – ein Roman, der das Unbeschreibliche sinnlich und sinnhaft erfahrbar, greifbar macht. Ein kaleidoskopischer Text stellt die zeitlose Frage: Wie leben wir weiter, wenn das Liebste verloren ist? Und: Wie kann der Mensch Frieden finden? Mit sich selbst, mit anderen.

(Amazon)

Jonathan Coe, Mr. Wilder und ich

Der britische Schriftsteller Jonathan Coe widmet diesen unterhaltsamen Roman dem berühmten Filmregisseur Billy Wilder und seinem Drehbuchautor „Iz“ Diamond. Er verwendet eine fiktive Figur, die Bandkomponistin Calista Frangopoulou, die er durch eine zufällige Einladung zum Abendessen in Los Angeles in die Welt des Films und insbesondere in die Welt von Wilder einführt. Von dort aus tritt die Protagonistin und Erzählerin im Film Fedora als Darstellerin auf und entdeckt ihre musikalische Berufung. Die Geschichte der Dreharbeiten, die in den späten 1970er Jahren spielt, ist als Rückblende in eine viel spätere Geschichte eingebettet, in der Carlista verheiratet ist und zwei Töchter hat, und zwar zu einem für das Paar entscheidenden Zeitpunkt, als eine der beiden Töchter zum Studium nach Australien geht und die andere über eine Abtreibung nachdenkt, da sie sich nicht in der Lage fühlt, Mutterschaft und Studium zu vereinbaren.

Die Lektüre ist höchst vergnüglich, mit einer Vielzahl von Anekdoten über die Filmwelt der 1970er Jahre, über ihre Protagonisten und über den wesentlichen Unterschied, den ein Krieg in der Mentalität von Menschen macht, die ihn erlebt oder durchlitten haben, und solchen, die ihn nur aus Referenzen kennen. Zwei Highlights sind eine Erzählung von Wilder, die in Form eines Drehbuchs aufgezeichnet wurde, und ein Aufenthalt von Wilder mit dem Protagonisten in Meaux, dem Geburtsort des berühmten Brie-Käses.

Ich finde, es ist ein sehr empfehlenswerter Roman.

Was andere dazu meinen:

In seinem neuen Roman zeichnet Bestseller\-Autor Jonathan Coe ein faszinierendes Porträt der Hollywood\-Legende Billy Wilder. Los Angeles, Sommer 1976: Durch einen verrückten Zufall lernt die junge Athenerin Calista einen witzigen Herrn mit österreichischem Akzent kennen, ohne zu ahnen, dass es das Kino\-Genie Billy Wilder ist, Schöpfer von unsterblichen Filmen wie Manche mögen’s heiß. Die Begegnung wird ihr Leben verändern. Als Dolmetscherin begleitet sie den Regisseur und seine glamouröse Filmcrew auf die verschlafene griechische Insel Madouri, wo er seinen vorletzten Film Fedora dreht, dann weiter nach München und Paris. Während es für sie eine traumwandlerische Reise ist, sieht sich der jüdische Exilant Wilder mit seiner Geschichte konfrontiert. Mit grandiosem Witz und feiner Ironie zeichnet Coe ein schillerndes Bild des Meisters der Komödie.

(Amazon)