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Claudia Piñeiro, Ein wenig Glück

Claudia Piñeiro (* 1960) ist eine der bekanntesten argentinischen Schriftstellerinnen. International wurde sie vor allem durch ihr Buch Die Donnerstagswitwen bekannt. Es folgten andere, auch in Deutschland anerkannte Titel wie Betibu oder Elena weiß Bescheid.

Die Handlung dieses Buches: Maria Elena Lauría, geborene Pujol, ist mit dem Direktor einer privaten Klinik in einem Vorort von Buenos Aires verheiratet. Sie kümmert sich um den gemeinsamen sechsjährigen Sohn Federico und pflegt gute Beziehungen zu anderen Müttern der Saint-Peter-Schule. Bis eines Tages eine Tragödie ihre Welt für immer zusammenbrechen lässt. Nachdem sie ihren Sohn und einen Freund von ihm von der Schule abgeholt hat, überquert sie eine geschlossene Schranke, von der alle Nachbarn wussten, dass sie defekt war. Nachdem sie zehn Minuten gewartet hat, bis die vor ihr fahrenden Autos die Gleise überquert haben, will sie es ihnen gleichtun. Doch dann bleibt ihr Auto auf den Gleisen stehen. Sie schafft es nicht, den Motor anzukurbeln. Schließlich fährt ein Zug ein und überrollt das Auto. Sie kann den Freund ihres Sohnes aus dem Fahrzeug nicht mehr retten. Dieses Ereignis prägt den gesamten Roman. Es ist der Grund für Marías Flucht in ein anderes Land und holt sie wieder ein, als sie als Mary Lohan, Lehrerin an einer renommierten Schule in Boston und zuständig für die Bewertung der Unterrichtsqualität der Einrichtung, genau an denselben Ort und an dieselbe Schule zurückkehrt.
Piñeiro führt uns meisterhaft in das Innere der Protagonistin, ihrer Verwandten und das geschlossene Umfeld ihrer ehemaligen Schule. Piñeiro erzählt in einem getragenen Stil von einer Tragödie, von Schuldgefühlen, von Vorwürfen, von Unbarmherzigkeit und von der Fähigkeit, zu verzeihen. Ich finde, es ist ein ausgezeichneter Roman, den ich Liebhabern guter Literatur empfehle.

Was die anderen dazu meinen:

»Ein wenig Glück‹ trifft langsam, aber zielsicher mitten ins Herz, weil Augenblicke, in denen man eine falsche Entscheidung trifft, in jedem Leben vorkommen.« Peter Pisa, Kurier, Wien

»Claudia Piñeiros Roman überzeugt durch seine sprachliche Klarheit und das psychologische Feingefühl der Autorin, mit dem sie über Schuld und Sühne und die Macht mütterlicher Liebe schreibt.« Petra PluwatschKölner Stadt-Anzeiger, Köln

»Claudia Piñeiro nähert sich den ganz großen Themen: Schuld und Schicksal, Unglück und Glück, Tod und Liebe. Dabei schreitet die Erzählung vorsichtig, ganz sachte voran. Diese Spannung zwischen sanftem Tonfall und tragischem Geschehen ist magisch – man kann sich ihr auf keiner Seite entziehen.« Susanne Rikl, Gute-Buecher-lesen.de, München