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Parinoush Saniee, Was mir zusteht

Die Autorin dieses Buches kommt aus Iran und arbeitet dort als Journalistin und Soziologin. Sie wuchs in einer Akademikerfamilie auf und studierte Psychologie an der Universität in Teheran. Kurz vor Erlangung des Doktorats begannen die Unruhen, die zur Revolution führten. Nach einem längeren Aufenthalt in den USA kehrte sie einige Jahre später nach Teheran.

In diesem Buch erzählt sie das Leben einer ganzen Generation von Frauen, die die Revolution und die Umwandlung von Persien in einen islamisierten Staat erlebten, und die darum kämpften, ihre Rechte auf Erziehung und Selbstbestimmung geltend zu machen.

Was andere dazu meinen:

Eine Frau zwischen Unterwerfung und Aufbegehren – der immer wieder unterdrückte Bestseller aus dem Iran.

Bevor Was mir zusteht erscheinen konnte, lag das Manuskript monatelang bei den iranischen Zensurbehörden. Die Veröffentlichung 2003 schien ein Anzeichen politischer Liberalisierung. Der Roman wurde ein Bestseller. Doch immer wieder wurde versucht, den Nachdruck zu verhindern. 2010 fand das Buch seinen Weg in den Westen, gewann in Italien den „Premio Boccaccio“ und erscheint nun weltweit als ein literarisches Zeugnis aus einem Land, das unser Interesse verdient.

Masumeh wird in eine traditionelle persische Familie hineingeboren. Drei Brüder lassen der einzigen Tochter kaum Raum zur Entfaltung. Doch an Klugheit ist sie ihnen weit überlegen. Zielstrebig erkämpft sie sich eine Schulausbildung. Als sie sich in Said verliebt und der harmlose Flirt von ihren Brüdern als „intime“ Begegnung denunziert wird, gerät sie in Lebensgefahr. Sie wird mit Hamid zwangsverheiratet. Doch ihr Mann erweist sich als erstaunlich modern – er führt ein Doppelleben und arbeitet im Widerstand gegen das Schah-Regime. Nach seiner Verhaftung zieht Masumeh ihre Kinder alleine groß. Jahre später muss sie erleben, wie einer ihrer Söhne ein glühender Khomeini-Anhänger wird, während ein anderer ins Exil geht. Der Bruch, der die iranische Gesellschaft spaltet, zieht sich auch durch ihre Familie.