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Tobias Wolff, Alte Schule

Tobias Wolff ist ein weiterer amerikanischer Autor aus der „Schule“ der großen Literaturzeitschriften wie The New Yorker, der seine Karriere in einem literarischen Milieu großer Schriftsteller begann. Die Geschichte handelt vom Schreiben und von Schriftstellern. Der Protagonist erzählt von seiner Zeit in einem Eliteinternat, in dem viele Schüler davon träumen, Schriftsteller zu werden. Die Schulleitung fördert diesen Wunsch durch regelmäßige Wettbewerbe, bei denen ein bekannter Schriftsteller die besten Arbeiten der Schüler auswählt. Die Atmosphäre des Internats, die Beziehungen zwischen den Schülern und zwischen Schülern und Lehrern sowie die Schlüsselerlebnisse im Leben eines Schriftstellers werden gut beschrieben. Er verwendet die Charaktere von drei Schriftstellern der Epoche: Robert Frost, Ayn Rand und Ernest Hemingway, die er mit großem Respekt parodiert.

Die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung, die mit einer Lebens- und Berufserfahrung des Erzählers zusammenfällt. Von da an gerät die Handlung etwas aus den Fugen, was das Buch in die Länge zieht, ohne dass es viel bringt. Nichtsdestotrotz ist das Buch lesenswert, als Hommage an all jene, die den Mut haben, zu schreiben und zu veröffentlichen und damit ihre Seele einem Kreis von Fremden zu öffnen.

Die Meinung der anderen:

„Einer von Amerikas besten Autoren“ Richard Ford

„Phantastisch. Die Magie seines Romans ist schwer zu erklären. Es ist die uralte Kunst des Meistererzählers.“ Tim O’Brien