Eine sehr schöne Erzählung. Eines dieser Bücher, die angenehm überraschen. Die berührende, tragische, aber auch humorvolle Geschichte eines Außenseiters, der in einer Buchhandlung sein Glück sucht. Kurz, prägnant und originell.
Sam Savage wurde in South Carolina geboren und lebt heute in Madison, Wisconsin. Er promovierte in Philosophie, unterrichtete auch kurzfristig, arbeitete als Tischler, Fischer, Drucker und reparierte Fahrräder. Dies ist sein erster Roman.
Firmin ist eine Ratte, oder besser gesagt, eine Ratte, die als Mensch geboren wurde. Seine Mutter Flo und die anderen Ratten aus seinem Wurf sind ganz normale Tiere. Firmin wird mit kleinen Papierkügelchen gefüttert, die seine Mutter im Keller einer alten Buchhandlung aus einem Buch herausreißt, und lernt so lesen. Sein Leben spielt sich in einer alten Buchhandlung in einem Viertel ab, das von den Stadtplanern dazu verdammt wurde, aus Boston zu verschwinden, in einem alten örtlichen Kino und auf den Straßen der Stadt.
Ganz natürlich beginnt Firmin, die Weltliteratur in sich aufzunehmen, und lernt nach und nach den Buchhändler, seine Kunden und vor allem einen erfolglosen Schriftsteller kennen, einen sympathischen Trinker, der in derselben Wohnung lebt.
Das Buch schildert ohne Sentimentalität das Leiden von Firmin, der in den Augen der anderen eine Ratte wie jede andere bleibt. Eine träumende Ratte, die nach und nach den Sinn für die Realität verliert. Eine Realität, die für die meisten Bewohner seiner Straße nicht sehr angenehm ist.
Ich habe jede Seite des Buches genossen.
